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Die Inkarnation von Murphy´s Law

Auch wenn ich noch so oft das Gegenteil verspreche, dieser Blog verwahrlost zeitweise ebenso wie meine Topfpflanzen, die Zucht von biologischen Kampfstoffen in meinem Kühlschrank und die Bereitschaft, dem Geschirr zuvor zu kommen und es in die Küche zu bringen, bevor es ungeduldig wird und von alleine geht.

Aber keine Sorge, im Gegensatz zu dem zukünftigen Kompost formally known als Zimmerpflanze und der stilvoll beleuchteten braunen Brühe, die einmal mein Aquarium war, geht es diesem Blog vergleichsweise gut.
Im Gegensatz zu mir auch. Das war auch der Hauptgrund nicht mehr zu schreiben. Erinnert ihr euch noch an die Pechsträhne die an mir  pappt wie Sekundenkleber?
Deser Vergleich erscheint mir ziemlich treffend, denn Sekundenkleber klebt grundsätzlich auch nie dort, wo er soll. Dies wurde mir im Übrigen einmal auf unangenehme Weise bewusst, als ich versuchte, meinen von der Zersetzung bedrohten alten Turnschuh zu kleben, während ich ihn gerade trug.

Sicher ist euch Edward A. Murphy jr. ein Begriff, einer der weisesten Philosophen den diese Welt je hervor gebracht hat. Mit Sicherheit kennt aber jeder Murphys Gesetz, wenn auch nur aus eigener Erfahrung. Hier noch einmal die wichtigesten Grundsätze:

1. Wenn etwas schiefgehen kann, dann geht es schief.
2. Wenn etwas auf verschiedene Arten schiefgehen kann, dann geht es immer auf die Art schief, die am meisten Schaden anrichtet.
3. Hat man alle Möglichkeiten ausgeschlossen, bei denen etwas schiefgehen kann, eröffnet sich sofort eine neue Möglichkeit.
4. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmtes Ereignis eintritt, ist umgekehrt proportional zu seiner Erwünschtheit.
5. Früher oder später wird die schlimmstmögliche Verkettung von Umständen eintreten.
6. Wenn etwas zu gut erscheint, um wahr zu sein, ist es das wahrscheinlich auch.


Nun, ich bin die Inkarnation von Murphy´s Law.


Zurück zum Turnschuh. Als in Bezug auf Murphy gesetzestreue Bürgerin hätte es mich nicht überraschen sollen, dass nach dieser Aktion nicht etwa wieder die Sohle am restlichen Schuh klebte, sondern praktischerweise gleich der ganze Fuß (erinnern wir uns an Punkt 4...)
Doch damit nicht genug. Als ich mich nach dem Geklebe leicht frustriert wieder aufrichtete und mich dabei am Treppengeländer abstützte, musste ich zwei Dinge feststellen: Erstens, dass dieses Wunderwerk der modernen Chemie auch an meinen Fingern pappte und zweitens, dass es sowohl dem "Sekunden" als auch dem "Kleber" in seinem Namen alle Ehre machte.
Nun stand ich also da, lässig ans Geländer gelehnt, zu dem ich plötzlich diese innige Verbundenheit fühlte und wartete.
Glücklicherweise wusste ich, was zu tun war; Unglücklicherweise war niemand zu Hause, dem ich meinen Masterplan mitteilen konnte.
Als einige Stunden später meine Mutter von der Arbeit kam und ihren Lachkrampf beendet hatte, konnte ich sie endlich losschicken um mir ein Fläschchen Nagellackentferner zu kaufen. Ich dachte, ich wäre gerettet und könnte das liebevolle Händchenhalten mit dem Treppengeländer endlich lösen, doch dabei vergaß ich unvorsichtigerweise Punkt 3 von Murphys Gesetz.
Es stellte sich heraus, dass eine böse, gegen mich gerichtete Verschwörung der Industrie dazu geführt hatte, dass beinahe nur noch Aceton-freie Nagellackentferner im Handel erhältlich waren, die für meine Zwecke leider ungeeignet waren. Also war ich gezwunden, mich noch ein bisschen länger mit dem Geländer zu befassen, bis ich schließlich wirklich befreit werden konnte.

Das alles ist aber Jahre her. Die Haut an den betroffenen Extremitäten ist längst wieder nachgewachsen, doch nun habe ich ein neues Problem:

Pechsträhnen zeigen sich relativ unbeeindruckt von Aceton. Auch mein an sich geglückter Versuch, sie im Internet zu verscherbeln war offensichtlich nicht vom erhofften Erfolg gekrönt. Viel mehr habe ich sie damit wohl verärgert, denn die Pechsträhne hat in ihrer Effizienz und Boshaftigkeit erheblich zugelegt.

Zugegebenermaßen dürfte es zumindest für einen Beobachter noch einigermaßen witzig gewesen sein, zuzusehen, wie mein Gesicht in letzter Zeit wiederholt engen Bodenkontakt suchte, z.B. ganz klassisch bei Glatteis oder -die unterschätzte Gefahr- beim Aussteigen aus dem Auto. In diesem Fall hält der Sicherheitsgurt nicht was sein Name verspricht, denn wenn sich der Fuß darin verfängt, wird der vermeindliche Lebensretter schnell zu einer äußerst unsicheren Angelegenheit.
Rund um das Auto lauern ohnehin zahlreiche Gefahren. Wer jemals versucht hat, seine Tasche vom Beifahrersitz zu greifen und dabei mit ihrem Träger versehentlich an der Handbremse hängen geblieben ist, der kennt den Nervenkitzel eines U-Turns mitten im Berufsverkehr.
Meine Pechsträhne hat mich außerdem darüber aufgeklärt, dass es nicht der Wahrheit entspricht was man sich über Frauen und Multitasking erzählt. Ich für meinen Teil kann z.B. nicht einmal telefonieren und trinken gleichzeitig, wie ich jetzt weiß.
Ich glaube, mir ist vorher noch nie während dem Gespräch das Handy aus der Hand gefallen. Normalerweise trinke ich auch grundsätzlich einfach aus der Flasche, doch an diesem Tag fühlte ich mich kultiviert und nahm ein Glas.
Murphy Punkt 5. Verkettung von unglücklichen Umständen.
Es kam also wie es kommen musste. Aus unerfindlichen Gründen rutschte mir das Telefon aus der Hand und landete zielsicher in diesem einen winzigen Glas, obwohl es den ganzen Tisch, sogar den Boden zur Verfügung gehabt hätte...

Bei diesen Fällen konnte ich mir zumindest noch den Hauch eines Lächelns abringen und musste zugeben, dass die Pechsträhne gute Arbeit geleistet hätte, wäre das ganze nicht mir passiert.

Allerdings wurde es wie gesagt noch um einiges boshafter, fast so als würde das Universum seine geballte Energie nur dazu benutzen um sich neue Gemeinheiten für mich auszudenken. Herzlichen Dank.
Langsam habe ich den Eindruck, dass die Welt nur aus einem einzigen Grund existiert: Sie will mich ärgern. Diese Ansicht klingt zwar möglicherweise etwas egozentrisch, allerdings kann ich mir kaum vorstellen, dass sie überhaupt noch für etwas anderes Zeit haben könnte, so sehr wie sie sich mit aller Macht darauf konzentriert, mir das Leben schwer zu machen.

Dass bei mir im Januar Pfeiffersches Drüsenfieber diagnostiziert wurde, hatte ich ja bereits erwähnt. Nicht erwähnt habe ich bis jetzt allerdings, dass sich das ganze ca. 3 Monate hinzog.
Eine völlig ereignislose Zeit in der ich im Prinzip nicht viel mehr getan habe, als im Bett zu liegen und in Selbstmitleid zu baden.
Folglich gab es auch nicht viel, was auch nur einigermaßen schreibenswert geschweige denn lesenswert gewesen wäre, weshalb ich auch nichts gegen die fortschreitende Verwahrlosung meines Blogs unternahm. Ich sah keinen Grund, euch die Ereignislosigkeit meines Lebens mitzuteilen, sonst hättet ihr höchstens Dinge wie die folgenden lesen können:
-Da der menschliche Part des Mensch-Couch-Hybriden in dieser Zeit im tiefsten Osten in einem Plattenbau hauste und ich schon am Rande des Herzinfarktes war, sobald ich mich nur im Bett auf die andere Seite rollte, zog ich samt Miez in den Keller meiner Eltern.
In meiner Wohnung wäre ich kläglich verhungert. Einige Zeit hätte ich wohl noch nach nahrhaften Resten in den Tiefen des Müll Everest schürfen können oder (vor Hunger dem Wahnsinn nahe) versucht, die Zucht biologischer Kampfstoffe in unserem Kühlschrank zu essen (vielleicht hätte ich ja ein Heilmittel entdeckt?) aber alles in allem wäre das ganze mit Sicherheit eine erfolgreiche Diät geworden.
Hotel Mama bewahrte mich vor Lebensmittelvergiftungen und davor, selber einkaufen zu gehen, was ich schon in gesundem Zustand äußerst ungern tue sofern es sich dabei nicht um Klamotten handelt. In krankem Zustand wäre es ein Ding der Unmöglichkeit gewesen, denn schon der Weg die Kellertreppe hoch brachte mich an den Rande der Verzweiflung. Ich war so k.o. dass ich mir nicht mal den Aufstieg auf den Mount Everest (den echten) hätte anstrengender vorstellen können. Also errichtete ich mir auf halbem Weg ein Basislager um mich auszuruhen, ein Haufen Kissen auf der Treppe.
Eine extremst langweilige Zeit also.

Aufgepeppt wurde die Langeweile dank der Pechsträhne aber schon. Nach einer kurzen Phase der Gesundheit erkrankte ich nämlich erneut, interessanterweise diesmal aber an einer Krankheit, die offenbar nicht zum Stoff des Medizinstudiums gehört. Alles andere wäre für meine Pechsträhne ja auch nicht spektakulär genung gewesen und die Schweinegrippe war zu diesem Zeitpunkt noch nicht erfunden, also musste sie sich etwas völlig neues ausdenken.

Was folgte war eine weniger langweilige Zeit, in der ich die verschiedensten Ärzte besuchen durfte um mich persönlich davon zu überzeugen, dass ein Medizinstudium offenbar nicht über die Diagnose und Behandlung von "Husten" und "Erkältung" hinausgeht.
Nach 12 Semestern "wenn die Nase läuft, nennt man das Schnupfen" können sie zwar wenigstens ein paar Standard-Krankheiten relativ zielsicher erkennen, aber wenn man nicht gerade hustet und rotzt, kommt gleich die obligatorische Frage
"Waren sie in letzter Zeit in den Tropen?"
Ja, im Sub-sub-sub-tropischen Österreich, vor ca. 4 Jahren, wer weiß was ich mir da eingefangen habe. In solch exotischen Ländern weiß man ja nie...Ansonsten habe ich meinen Weißwurst-Äquator jedoch nicht verlassen.
Offensichtlich ist aber auch Geographie kein Bestandteil des Medizinstudiums, denn meine Überweisung ans Tropeninstitut habe ich trotzdem bekommen...

Man fragt sich also unweigerlich, verdammt was lernen die dann eigentlich in den ganzen Jahren?
Meine Theorie dazu ist folgende: Während also im Studium offensichtlich sehr wenig Zeit auf Geographie und irgendwelche Krankheitsbilder verwendet wird, stecken die angehenden Mediziner ihre ganze Zeit und Energie in das Erlernen einer komplizierten Geheimsprache und üben sich in der Kunst, diese unter dem üblichen Fachchinesisch zu verstecken.

Diese Therorie habe ich bei meinem Ausflug in die Uniklinik entwickelt, in die ich zwischenzeitlich mal eingewiesen wurde. Mein Zustand hat sich dort tatsächlich auch verändert, nur leider in die falsche Richtung. Aber man soll ja positiv denken, also freue ich mich zumindest darüber, dass ich meinen Wortschatz um ein weiteres interessantes Schmuckstück ergänzen konnte: "iatrogen"
Die Ärzte dort haben wohl den großen Fehler gemacht, ungeniert vor mir drauf los zu plappern und dabei gleichzeitig meine Fähigkeit zu unterschätzen, dass ich mir selbst noch im schlimmsten Zustand unbekannte Wörter merken kann, die mich neugierig machen. Wieder zu Hause konnte ich dann mit Hilfe von Dr. Google diesen Teil ihrer Geheimsprache enttarnen:
"Als iatrogen (altgriechisch: vom Arzt erzeugt) werden Krankheitsbilder bezeichnet, die durch ärztliche Maßnahmen verursacht wurden, unabhängig davon, ob sie nach Stand der ärztlichen Kunst vermeidbar oder unvermeidbar waren"
Großartig. Danke, Pechsträhne, und danke deinem Helferlein Dr. D., jetzt habe ich wenigstens noch ein paar bekannte Symptome dazu bekommen, damit die Ärzte nicht völlig ratlos sind wenn sie mich sehen.

Das Krankenhaus und mein Arztmarthon sowie die Tatsache, dass ich eine Krankheit habe die es offensichtlich noch nicht gibt (vielleicht wird sie ja nach mir benannt?) sind aber spannend genug, um ihnen einen eigenen Beitrag zu widmen, der in Kürze folgen wird...

25.5.09 11:40
 


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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


goodfriday / Website (25.5.09 12:33)
du, ich muss ehrlich gestehen ich war soeben zu faul alles zu lesen, haha. aber beim satz der gesetze musste ich sofort an dieses tolle lied denken:

ok das bild im vid ist nun nicht so der burner~ *lach*
http://www.youtube.com/watch?v=9tXN51BIi7s


(25.5.09 13:37)
Danke für den Link, ich bin auch gegen Murphy
Und schäm dich, dass du zu faul warst alles zu lesen und das auch noch zuzugeben :P

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