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Die fiesen Späßchen des Universums

 Würde das Jugendamt sich auch um verwaiste und vernachlässigte Blogs kümmern, die mutterseelenallein irgendwo zwischen youtube und Porno im Internet ihr einsames Dasein fristen, so wäre meiner schon längst unter staatlicher Obhut.
Blogs haben ja im Gegensatz zu Kindern und Tieren den Nachteil, dass sie sich nicht melden, quengeln und rumheulen wenn sie vernachlässigt werden. Das gleiche gilt leider übrigens auch für meine Topfpflanzen.

Aber was solls, mittlerweile haben soweiso nur noch die Kakteen überlebt; survival of the fittest wie Darwin sagen würde. Quasi eine Art natürliche Selektion, nur unnatürlicher. Denn ich bringe den Regen (oder auch nicht) und entscheide somit über Leben und Tod der kleinen ehemals grünen Pflanzen, fast wie ein Gott, der auf dem Müll Everest thront wie damals die Götter der alten Griechen auf dem Olymp.
Mit dem Haken, dass der Müll Everest garnicht mehr existiert, da mein Mitbewohner, der Mensch-Couch-Hybrid, sich (wie ich annehme) einem komplizierten chirurgischen Eingriff unterzogen hat um sich von seinem Sofa trennen zu lassen. Dadurch wurde er dazu fähig, einen Job im tiefsten plattenbebauten Osten anzunehmen, weswegen er nur noch hin und wieder am Wochenende nach Hause kommt. Er gibt sich zwar die allergrößte Mühe, dennoch schafft er es in der Kürze seiner Anwesenheit nicht, den Müll Everest in unserem Wohnzimmer wieder zu alter Größe anwachsen zu lassen, aber das ist eine andere Geschichte.

Das mysteriöse Mensch-Couch-Lebewesen soll aber heute nicht mein Thema sein, denn die Realität kann noch weitaus grausamer sein als ein paar Müllberge im Wohnzimmer, denn:

ICH HATTE EINE PECHSTRÄHNE!

Möglicherweise habe ich ja mit meiner Gott-gleichen Regentschaft über die Flora und Fauna in meiner Wohnung den Neid anderer Götter auf mich gezogen. Vielleicht habe ich auch einen Spiegel zerbrochen, bin unter einer Leiter durchgelaufen oder einer schwarzen Katze begegnet, vielleicht habe ich versehentlich gar einen fiesen Vodoo-Priester verärgert...

Der Intensität meiner Pechsträhne nach zu urteilen, habe ich vermutlich alles auf einmal verbrochen. Und noch mehr.
Die Rache des Glücksklees. Zum Geburtstag habe ich nämlich ein Töpfchen dieses vierblättrigen Gewächses bekommen, allerdings bin ich ja bekanntermaßen nicht gerade mit einem grünen Daumen gesegnet. Eher mit einem schwarzen. Der alles pflanzliche Leben verdorren lässt, sobald es sich nur in der Nähe seiner unheilvollen Aura befindet. Wahrscheinlich muss ich ein Fleckchen Erde nur ein bisschen zu lange böse anschauen um sicherzustellen, dass die nächsten 10.000 Jahre dort nichts mehr wächst, so als hätte man den Boden erst kräftig gesalzen und dann noch eine Ladung Dioxin darauf verteilt. Und Plutonium.
Wäre ich zur Zeit des Vietnam-Kriegs schon geboren gewesen, dann hätten die USA sicher nicht extra Agent Organe versprühen müssen um den Dschungel zu entlauben. Ein Rundflug mit mir über das Land hätte gereicht.

Aber im Prinzip tut der Grund für meine Pechsträhne genauso wenig zur Sache wie die Tatsache, dass ich sehr talentiert darin bin, die Lebensspanne von pflanzlichem Leben erheblich zu verkürzen.
Fakt ist, ich hatte eine fürchterliche Pechsträhne. Wie eine dicke kleine dunkle Regenwolke über meinem Kopf, die ich auf Schritt und Tritt mit mir herumschleppe wie andere Leute ihre Handtasche. Eine schwarze Wolke von der ganz fiesen Sorte, die mir schon bei der kleinsten Andeutung von etwas Gutem einen Blitz in den Arsch jagt um mich daran zu erinnern, dass ich gefälligst unglücklich zu sein habe.
Ich kam mir vor, als ob das Universum mit all seinem geballten Wissen jede Nacht nur damit verbringt, zu grübeln, welche Gemeinheiten es mir am nächsten Tag wieder antun kann. Am liebsten wäre ich garnicht mehr aufgestanden, doch mein Pech lies sich nicht dadurch überlisten, dass ich mich unter der Bettdecke verkroch. Es fand mich trotzdem. Immer und überall.
Ich allein hätte genug Stoff für 4 Staffeln "Upps - die Pannenshow" geliefert wenn man die letzten Wochen einfach einen Kameramann hinter mir her geschickt hätte.

Der Anblick, mich über einen vereisten Parkplatz laufen zu sehen, mit einem Stift im Mund, an dem ich mir anschließend bei passender Gelegenheit (der Moment als mein Gesicht ungebremsten Bodenkontakt hatte) einen Zahn ausschlug, war sicher lustig. Ebenso mein Versuch im Dunkeln im weißen Schnee ein weißes Stück Zahn zu suchen. Natürlich wurde mein Vorhaben dadurch erheblich erschwert, dass überall diese kleinen Steinchen lagen, die alle in etwa Zahn-Größe haben und deren Zweck es ist, Menschen davor zu bewahren, auszurutschen.
Beim Zahnartz war ich leider immernoch nicht. Mir kam etwas dazwischen, nämlich neues Pech.
IN Gestalt einer Magen-Darm-Grippe und diese ist sicher nicht die geeignete Krankheit um damit zum Zahnarzt zu gehen, da diese Sorte von Doktoren in der Regel kein sonderliches Interesse an halb verdautem Mageninhalt hat. Außerdem war es in dieser Zeit wohl keine schlechte Idee einen Sicherheitsabstand zu verschiedenen meiner Körperöffnungen einzuhalten.

Weil eine Magen-Darm-Grippe allein aber noch lange nicht nervig genug ist, hatte sich das Schicksal, dieser Spaßvogel, einen ganz besonders tollen Tag dafür ausgesucht - Silvester. Während also alle anderen Menschen um Mitternacht in den Himmel starrten, schaute ich konzentriert in die Tiefen der Toilette.

Alles in allem also ein gelungener Start ins neue Jahr.
2009 startete mit einer ganzen Reihe neuer Unglücksfälle, mit einem kleinen Autounfall, weiteren unspektakulären Verletzungen, meist in Folge von Gleichgewichtsstörungen auf Glatteis, einem Riss in meiner Lieblingshose an einer seeehr ungünstigen Stelle, einigen Todesfällen unter den Bewohnern meines Aquariums...

Aber da wusste ich noch nicht, dass sich das Universum die größte Gemeinheit bis zum Schluss aufgehoben hatte.
Eine mysteriöse Krankheit in Kombination mit unfähigen Ärzten, deren Kommentar zu meinen Blutwerten folgendermaßen  lautete: "Wir wollen sie nicht beunruhigen. Darum sagen wir ihnen nichts". Folglich war ich selbstverständlich wahnsinnig beruhigt.
Da ich mir alle Werte gemerkt hatte und dank Bettruhe massenhaft Zeit zur Verfügung, fragte ich Dr. Google um Rat und erhielt prompt eine Liste mit solch beruhigenden Diagnosen wie Aids, Tuberkulose, Leukämie und Lymphdrüsenkrebs.
Die Woche über wurde ich von Arzt zu Arzt geschickt, verbrachte meine wertvolle Zeit (die zwar grundsätzlich wertvoll ist, aber wenn man befürchtet dass sie nur noch recht knapp bemessen sein könnte, erst recht) in diversen Wartezimmern und dachte über mein möglicherweise nahes Ende nach. Und über die weltbewegende Frage, wieso in Wartezimmern eigentlich überall nur Gala, Bunte und ähnliches rumliegen und wer zur Hölle sich eigentlich für sowas interessiert.
Nebenbei verpasste ich dadurch die letzte Woche eines extrem nervigen Praktikums in der Uni, wodurch es mir nicht angerechnet wurde und ich die erste beschissene Hälfte völlig umsonst gemacht hatte, insgesamt 5 Klausuren, noch ein zweites Praktikum und ein Seminar. Folglich war fast alles, was ich in diesem Semester getan habe, umsonst. Danke, du Spaßvogel-Universum.
Erwähnenswert ist vielleicht auch die Tatsache, dass mir meine Pechsträhne eine nette Auzubildende zur Blutabnahme schickte, die beim Abbinden meines Arms meinte, mir mitteilen zu müssen wie nervös sie doch sei. Um den Wahrheitsgehalt dieser Aussage zu untermauern, stocherte sie mit zittrigen Händen gefühlte 1000 Mal in meinem rechten Arm herum ohne dabei auf einen Tropfen Blut zu stoßen. Von ihrer Nervosität durfte ich mich dann, selber nun auch schon etwas nervös, auch noch ein zweites Mal überzeugen und zwar an meinem linken Arm.
Faszinierendes Detail: An beiden Armen wurde das Pflaster zielsicher nicht mit der Watte, sondern mit der klebrigen Stelle auf die Einstiche geklebt.
Die folgenden Tage wurde mir noch öfter Blut abgenommen doch leider hatten ihre fleißigen Probebohrungen in meinen Armvenen nicht bewirkt, dass es die nächsten Male einfacher wurde.
Am Ende hatte ich hübsche blau-rot-grün-gelbe expressionistische Meisterwerke auf beiden Unteramen. Weniger hübsch war allerdings die Tatsache, dass ich sie vor Schmerz kaum mehr anwinkeln konnte, nicht mal zum rauchen, was mich zwang, diese Tätigkeit in einigen skurrilien Positionen auszuführen. Ein Spaß für alle Zuschauer.

In Kombination mit der Angst zu sterben also eine richtig gelungene Woche. Zumindest aus Sicht meiner Pechsträhne, die sich anscheinend zu dieser Zeit ganz besonders viel Mühe gegeben hatte.

Nach mehr als einer Woche Ärztemarathon und endlosen Diskussionen über die Frage, welch beruhigende Wirkung der Satz "wir wollen sie nicht beunruhigen" auf mich hatte, wartete ich nun ungeduldig auf die Ergebnisse, von denen ich angesichts des mich verfolgenden Unglücks aber nichts positives erwartete.

Panisch machte ich mich also an die Arbeit, um noch rechtzeitig vor dem Anruf der Ärzte einen Weg zu finden, das Pech loszuwerden. Ich zerbrach mir das Hirn, googlete nach Glücksbringern, guten Hexen und Entfluchungszaubern und begann langsam an meinem Geisteszustand zu zweifeln, denn normalerweise existieren kaum Menschen auf dieser Welt, die leidenschaftlicher gegen Horoskope, Homöopathie, Wasseradern und jeden anderen unwissenschaftlichen Unsinn wettern können als ich. Normalerweise. Denn nun befand ich mich in einem Ausnahmezustand. Die mysteriöse Krankheit schien mein Hirn zu befallen.
Da fiel mir plötzlich folgender Spruch ein: "Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied"

Na gut, schmiede ich mir halt ne Ladung Glück. Selbst ist die Frau. Da ich aber weder über eine fundierte Schmied-Ausbildung verfüge noch eine Ahnung habe, welches Material ich dazu verwenden könnte, dachte ich mir, ich drehe den Spieß einfach um und werde aktiv mein Pech los.

Also, Anzeige ins Internet mit folgendem Text: "Pechsträhne günstig abzugeben. Nur in liebevolle Hände."
Und das war mein voller Ernst. Ich habe das wirklich getan.
Kurz danach meldeten sich die ersten Interessenten, darunter einer, der mir anbot, sie für mich zu entsorgen. Ich war einverstanden.

Kaum war der Deal abgeschlossen rief der Arzt an. Ich hob mit zitternden Händen ab, versuchte mein Handy trotz des Picassos auf meinem Arm halbwegs schmerzfrei zum Ohr zu bringen und entschied mich dann doch für den Lautsprecher. Der brüllte mir entgegen: "Herzlichen Glückwunsch. Sie haben Pfeiffersches Drüsenfieber". Ich habe mich noch nie so über eine Krankheit gefreut, was mich allerdings nicht davon abhielt noch eine weitere halbe Stunde über den Satz "wir wollen sie nicht beunruhigen" zu streiten. Mein Leben war nicht dem Ende nah, ich hatte also Zeit für Diskussionen. Herrlich!
Allerdings habe ich die Diagnose nicht den Ärzten zu verdanken, denn der Test auf diese Krankheit wurde auf meinen Wunsch gemacht, auch wenn sie der Ansicht waren, dass es etwas anderes sein musste. Aber ich hatte es schon mal, fühlte mich diesmal wieder ähnlich, und erinnerte mich, dass ich beim letzten Mal auch schon den Verdacht Leukämie zu höhren bekam.

Aber egal, die Krankheit ist zwar nervig. ätzend, ärgerlich und langwierig, aber immer noch besser als alle anderen Alternativen.
Und da ich nun soweiso nur im Bett liege, habe ich auch wieder Zeit mich meinem Blog zu widmen. Welch ein Gewinn für die Welt. Ich schreibe wieder! Party Party!

12.2.09 02:21
 


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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(5.4.09 19:13)
& wieder lässt du den armen kleinen blog allein ._.


(6.4.09 01:49)
...weil ich dachte es liest eh keiner mehr... Aber ich werde mich ein bisschen mehr ansrengen...


(8.4.09 01:16)
doch doch, die sagen bloß nix.. xD & ja, das wär toll n_n

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