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Über Leben

Nach tagelanger Blog-Abszinenz heute endlich wieder einmal ein Eintrag, der die folgenden weltbewegenden Themen behandeln wird:

1. Wieso ich bewaffnet mit Katze, meinem Mitbewohner und dessen Ex-Symbionten, einer kaputten weil ununterbrochen genutzen Couch, bei den Nachbarn klingeln musste

2. Wieso es praktischer gewesen wäre, wenn ich die Französisch-Stunden in der Schule nicht heimlich rauchend hinterm Busch verbracht hätte

3. Wie ich zu der Einsicht kam, dass ich unter Höhenangst leide

4. Warum mein Müll-Wunder alias Mitbewohner aus Dummheit, Faulheit, der sagenhaften Fähigkeit, Dreck zu produzieren und aus Angst vor meinem Vater stolze 80 Euronen zahlen musste

5. Ich glaube, ich habe einen Hund gegessen. Ach hätte ich doch in Französisch besser aufgepasst Part 2

6. Und wieso stehen eigentlich auf meiner Gewichts-Seite keinen neuen Zahlen mehr?

Und da ich gerade nichts zu tun habe, kann ich mich mal wieder voll und ganz auf meine literarischen Ergüsse konzentrieren und ordentlich in die Tasten hauen. Womit ich jetzt auch anfange. Genau jetzt. Achtuuuuung...

Los gehts! Aaaalso:

zu 1. Es war Samstag und mein Müllbewohner, ebenso unfähig aufzuräumen wie an seinen Schlüssel zu denken, klingelte mich aus meinem Schönheitsschlaf. Ziemlich morgenmuffelig öffnete ich die Tür, und langsam wie ich nunmal bin vor meiner ersten Dosis Koffein, schaffte ich es nicht, den täglichen Fluchtversuch meiner Katze noch vor der Wohnungstür zu vereiteln.
Und unfähig zu denken, wie ich nunmal ebenfalls bin vor meiner ersten Dosis Koffein, hechtete ich Stuntman-mäßig mit einem spektakulären Sprung in den Gang hinterher.
Rumms machte nicht nur ich, als ich ziemlich schmerzhaft Bekanntschaft mit dem Boden machte, rumms machte leider auch die Wohnungstür hinter mir.
Ein postitives hatte die Sache ja. Immerhin hatte ich mir noch schnell ein Tshirt angezogen bevor ich auf das nervige Klingeln reagierte. Doch in Anbetracht der Tatsachen, nämlich dass ich mit zotteligen Haaren, in Unterhose, ohne Schuhe, dafür mit einer Kazte und einem offensichtlich ziemlich verkaterten Mitbewohner mit Aldi-Tüte vor verschlossener Tür stand, musste ich feststellen, dass die negativen Aspekte wohl doch überwogen.
Leider befanden sich weder meine Zigaretten noch die Kaffeemaschine auf der gleichen Seite der Tür wie ich, was die Ausarbeitung eines genialen Masterplans zur Lösung des Problems natürlich erheblich erschwerte. Also schickte ich meinen mittlerweile hysterischen Mitbewohner erst mal zum Zigarettenautomaten. Er hatte immerhin eine Hose an.
Die ebenfalls hysterische Katze klammerte sich wahlweise an mir fest oder versuchte zu fliehen, während ich halb nackt vor der Tür saß. Beides hatte zur Folge, dass sich ihre Krallen tief in meine Haut bohrten und als mein Mitbewohner endlich mit meinem Nikotin wieder kam, sah ich aus als wäre ich durch Stacheldraht gerobbt.
Nikotin erreicht innerhalb von 7 Sekunden das Gehirn und nach schätzungsweise 8 Sekunden hatte ich einen Plan. Glücklicherweise, denn mein Mitbewohner brabbelte schon irgendwas von Bohrmaschinen und Kettensägen vor sich hin und ich sah es an seinem Blick, dass er liebend gerne Action-Held spielen wollte. Noch bevor ich meinen weniger zerstörerischen Plan erläutern konnte, warf sich Mister Aushilfs-Rambo gegen die Tür. 1:0 für die Tür. Welch Überraschung.
Da ich wusste, dass die Balkontür offen stand und ich unseren Balkon auch nicht besonders hoch in Erinnerung hatte, schlug ich vor, bei den Nachbarn unter uns zu klingeln um über ihren Garten in unsere Wohung zu klettern.
Wir hatten zwar keine Leiter, doch es stellte sich heraus, dass das alte Schlafsofa, dass sich angeblich seit Monaten auf dem Sperrmüll befand, erstaunlicherweise heimlich in unserem Keller wohnte. Und da mein Mitbewohner nicht nur den Schlüssel unseres Kellerabteils, sondern gleich das ganze Schloss verloren hatte, konnten wir wenigstens diesen Raum ohne brachiale Gewalt betreten. So hatte seine Abneigung, Müll zu beseitigen endlich einmal etwas gutes.
Also schnappte er sich das alte Sofa, besser gesagt nur sein Innenleben bestehend aus Holz und Metall, während ich noch immer die Kampfatze mit mir herumschleppte und mir angesichts der immer zahlreicheren Katzenkratzer überlegte, dass es mal wieder Zeit für eine Tetanus-Impfung war.
Und so klingelten wir dann bei den Nachbarn.

Zu 2. An ihrem Nachnamen hätte man es erahnen können, doch wir merkten erst an dem ahungslosen Gesichtsausdruck nach unserem halbstündigen Vortrag über unser Anliegen, dass die Herrschaften in der Wohung unter uns nur Französisch sprachen."Oh un chat" rief die Frau schließlich verzückt, entriss mir begeistert die Katze und befreite mich so von meinen grausamen Qualen.
Herr Franzose war wohl weniger interessiert an dem Tier, denn meine fehlende Hose faszinierte ihn wohl wesentlich mehr. Das war einer dieser berühmten Momente, in denen man einfach nur im Boden versinken möchte, doch da das leider in den wenigsten Fällen auch wirklich passiert, drehte ich mein Hinterteil aus seinem Blickfeld und wühlte ich in meinem Hirn nach einigen französischen Vokabeln um die Situation so schnell wie möglich hinter mich zu bringen.
Der Satz "Le Tür est ne pas ouvert und nous wollen in votre garden avec le old sofa and sur le balkon klettern" kombiniert mit einigen anschaulichen pantomimischen Gesten war zwar fast so peinlich wie meine fehlenden Beinkleider, erfüllte jedoch seinen Zweck. Die Tür öffnete sich und wir wurden mit amüsiertem Grinsen in den Garten begleitet.

Jetzt kommt 3., der Teil mit meiner mir bis dahin unbekannten Höhenangst. Als ich dieses nicht wirklich vertrauenserweckende weil soweiso kaputte ehemalige Couch-Gestell erklomm, war ich zunächst einmal mit der Tatsache beschäftigt, dass dass grelle Licht der Mittagssonne meinem Hintern, der First Lady unter meinen Problemzonen sicherlich nicht gerade schmeichelte und es die zahlreichen Dellen bestimmt ganz fabelhaft zur Geltung brachte. Immerhin hatte ich keinen Tanga an und glüclicherweise auch keine dieser Untehosen, die gerne Mal einen Blick auf meinen....wie nenne ich das taktvoll?... "Wirsing" freigaben. (An alle die sich jezt fragen: Hä? Wieso Wirsing? Das Bild auf Wikipedia spricht Bände

Als ich schon das Geländer greifen konnte, holte mich eine unter meinem enormen Gewicht soeben zerbrochene Latte zurück aus meinen Gedanken in die beängstigend hohe Realität. Also hing ich da, in gefühlten 380 Metern Höhe am Geländer meines Balkons. Ein stechender Schmerz ließ vermuten, dass mir die Latte kurz vor ihrem Tod einen großen Splitter als Souvenier in meinem Fuß hinterlassen hatte. Hätte ich doch wenigstens Schuhe angezogen... Wobei, ohne Hose sieht das fast noch dämlicher aus...
Meine schwitzigen Hände und das glatte Geländer waren eine schlechte Kombination. Folgende Optionen standen mir offen: 1.Ich rutsche ab und lande auf dem Rücken. Aua. 2. Ich rutsche ab und lande auf den Füßen. Der Splitter bohrt sich noch einige Zentimeter tiefer in mein Fleisch. Auch Aua.

Es war wirklich Zeit für eine Tetanus-Impfung.

Mein MItbewohner eilte mir unterwartet zur Hilfe und endlich war sein Kopf, wenn er ihn schon nicht zum denken gebraucht, zu etwas nütze. Ich stieg darauf, verletzte ihn dabei mit dem Splitter in meinem Fuß, aber schaffte es, mich am Geländer hochzuzeihen. Erleichtert ließ ich mich auf den Balkon fallen. Daher stammt die letzte Verletzung des Tages, ein tiefer Schnitt im Arm von einem zerbrochenen Aschenbecher, den ich bei meinem mehr oder weniger graziösen Plumps auf den Balkon vom Tisch gestoßen hatte.

Es war noch nie so höchste Zeit für eine Tetanus-Impfung.

Zu 4. Sonntag. Obwohl ich stark annahm, dass mein lieber Müll produzierender Mitbewohner etwas aus diesem Tag gelernt hatte, nahm ich meinen Schlüssel sicherheitshalber trotzdem mit als wir das Haus verließen und befahl ihm das gleiche zu tun.
Natürlich tat er es nicht. Er war nach eigenen Angaben zu faul, dieses Teil auch noch"mitzuschleppen".
Prinzipiell wäre das ja kein Problem gewesen, doch von allen Orten in der Wohnung, an denen man einen Schlüssel platzieren konnte, hatte er sich den ungünstigsten ausgesucht, er steckte von innen im Schloss. Folglich nutzte meiner nun auch nichts mehr, der sich weder mit Gewalt noch mit Butter ganz ins Schloss schieben ließ.
Sich an zwei aufeinanader folgenden Tagen auszusperren ist  wirklich blöd.
Amüsanterweise besitzt mein Vater soagr einen Schlüsseldienst, doch ich wusste, dass seine Ordnungsliebe wohl schlecht mit unserer Mülldeponie harmonieren würde und dass er beim Öffnen unserer Tür entweder einen Herzinfarkt erleiden oder von schätzungsweise 4000 Pfandflaschen erschlagen werden würde. Weitere Folgen wären ein Zudrehen des Geldhahns und ein halbstündiger Was-haben-wir-nur-falsch-gemacht-ich-bin-so-enttäuscht-von-dir-Vortrag.
Sicherheitshalber kündigte ich meinem Müllbewohner schon einmal an, dass ich die gesamte Schuld an diesem Schweinestall auf ihn schieben würde und dieser Hauch von Mafia, der meinen Vater zugegebenermaßen manchmal umgibt, tat sein Übriges. Mein Mitbewohner bekam offensichtlich Angst und musste für teures Geld einen anderen Schlüssldienst holen.
Endlich wurden seine Unordnung und Faulheit einmal bestraft.
Immerhin war ich aber so gütig, ihm zu verraten, dass ein Schlüsseldienst, der 49 Euro Anfahrt, 49 Sonntagszuschlag und 39 Euro pro angefangene 10 Minuten verlangt und am Telefon auch noch sagt "Uuuuh das wird teuer, da müssen wir bohren", nicht die beste Wahl sein dürfte und organisierte einen, der die Tür für 80 öffnete.

Zu 5.: Am nächten Tag sperrten wir uns ausnahmsweise nicht aus sondern waren zum Essen eingeladen. Vietnamesisch.

Habt ihr jemals eine Wanze geärgert, die dann zur Verteidigung diesen Gestank losgelassen hat? Ja? Dann habt ihr nun eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie meine Vorspeise geschmeckt hat. Aber das tut eigentlich nichts zur Sache, ich wollte es nur mal erwähnen.
Als Hauptgericht hatte ich dann etwas namens "Ca chien tom" oder so ähnlich, Fleisch und Reis. Das Wort chien kam mir bekannt vor. Vokabeln ratterten durch mein Hirn und schließlich landete es einen Treffer: Chien = Hund! Hätte mir das nicht schon vor der Bestellung auffallen können?
Nicht so schlimm, dachte ich, schließlich war es geographisch gesehen unwahrscheinlich, dass Franzosen und Vietnamesen das gleiche Wort für Hund hatten. Dachte ich. Bis mir mein Mitbewohner ein wenig Nachhilfe in Geschichte gab (worin ich übriegns noch schlechter war als in Französisch) und mir einen Vortrag über Frankreichs Kolonialherrschaft in Vietnam hielt.
Also war es vielleicht doch nicht so unwahrscheinlich, dass ich gerade einen Wuffi oder Hasso oder Bazi verspeist hatte?
Auch egal dachte ich. Es war soweiso schon zu spät. Immerhin: Hund ist leckerer als Wanze.

Zu 6. Nach den zahlreichen Fressgelagen der letzten Tage, in denen zu allem Überfluss offensichtlich auch noch meine Disziplin unbemerkt entkommen konnte, weigerte ich mich, mich auf meine Teufelswaage zu stellen.  Ich wollte der Wahrheit nicht in ihre hässliche rote Digitalanzeige blicken.
Doch sobald ich meine verlorene Disziplin wieder finde, wird meine Gewichtsliste fortgesetzt. Hoffentlich bald.

6.6.08 16:36
 


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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


noonespecial (7.6.08 11:50)
wenn dein leben öfter so aussieht, könntest du viel geld mit satirischen romanen in der lieben deutschen popliteratur verdienen! dann hättest du auch irgendwann geld für eine eigene wohnung. leider auch keinen chaotischen idioten, der die hälfte des stoffes für die romane liefert, hm.
fordere lieber schmerzensgeld, wenn er an etwas schuld ist ^^ jedenfalls gute besserung deinen diversen heldenkratzern^^

zwecks muskelabbau: ich bemüh mich schon mit ausschweifendem rumgerenne, stress und diversen hardcore-übungen, sie am leben zu erhalten, ohne gleichzeitig wie arnie auszusehen, mal sehen ob's klappt.

verdammt, jetzt hab ich lust auf obst mit schokoüberzug!!


brain (9.6.08 14:33)
Einmal hast du gesagt, ich sollte eine Kolumne in einer Zeitung haben, und jetzt soll ich ein Buch schreiben? Ich weiß zwar nicht was du so beruflich machst, aber ich will mal schwer hoffen, dass du gerade dabei bist einen Verlag zu gründen Im moment stehe ich nämlcih noch zur Verfügung
Und da mein Leben seit 23 Jahren konstant chaotisch ist, wird mir der Stoff für mein Geschreibsel wohl so schnell auch nicht ausgehen..

Fleißig fleißig übrigens, wenn du so viel Sport machst, dass du befürchten musst, bald auszusehen wie Arnie Die Gefahr besteht bei mir wohl eher weniger.
Aber keine Sorge, es soll ja auch Menschen geben, die auf Bodybuilderinnen stehen ...

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