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Mensch-Couch-Hybrid am Fuße des Müll Everest

Meinen heutigen Eintrag möchte ich dazu nutzen, mich über meinen Mitbewohner zu beschweren.

Beinahe könnte man denken, er läge im Wachkoma. Ich glaube er und die Couch leben mittlerweile in einer Art Symbiose und die beiden zu trennen, würde vermutlich einen komplizierten operativen Eingriff erfordern.
Nur die leeren McDonalds Tüten und Essensreste rund um die Couch herum legen den Verdacht nahe, dass dieser symbiontische Organismus, dieser Mensch-Couch-Hybrid, überhaupt noch lebt und sich zumindest hin und wieder bewegt um Nahrung aufzunehmen.

Und da fangen die Probleme an, denn trotz seiner Unbeweglichkeit und des komatösen Zustands verfügt das Wesen über eine unglaubliche Fähigkeit, Müll zu produzieren. Niemand erwartet von einer Studenten-WG perfekte Sauberkeit, aber so langsam habe ich Angst, dass das Gesundheitsamt in Kürze wegen akuter Seuchen-Gefahr die Wohnung räumen wird.
Wie in einer überdimensionalen Petrischale züchten wir hier die unterschiedlichsten Keime, unsere Wohnung wäre ein Schlaraffenland für jeden Mikrobiologen.
Vielleicht sollte ich das ganze positiv sehen und ein paar Vertreter des internationalen Terrorismus durch meine persönliche Biowaffenfabrik führen um meine Finanzen etwas aufzubessern.
Andererseits wäre eine Wohnung, bei der ich nicht erstmal den Müll Everest besteigen müsste um in mein Zimmer zu gelangen, natürlich auch sehr nett.

Es erfordert schon stundenlange Bearbeitung mit meiner allernervigsten Stimme, um das Müllmonster dazu zu bewegen, etwas aufzuräumen. Doch wenn ich nicht permanent daneben stehe um zu sehen ob auch wirklich etwas passiert, verschmilzt es augenblicklich wieder mit der Couch zu dieser fremden Lebensform halb Mensch halb Sofa.
Es wäre vermutlich effektiver, selbst aufzuräumen, erst recht, wenn ich später den Papiermüll, den er wegbringen sollte, in der Gefriertruhe wiederfinde, oder Würstchenverpackungen in Schubladen, obwohl der Abfalleimer nur drei Meter weiter wäre, und die Wäsche tagelang in der Waschmaschine vor sich hingammelt.
Heute stand ich neben ihm in der Küche, und er sagte, er wolle nur schnell das gebrauchte Kaffeepad wegschmeißen, dass er in der Hand hielt. Als ich aber gerade wieder richtung Kühlschrank spatzierte (nicht etwa um zu essen, denn meine Diät ziehe ich immer noch eisern durch; ich wollte nur mal schauen trat ich in etwas warmes, weiches. Ich musste auf diese feuchte Weise feststellen, dass er das Pad genau an der Stelle fallen gelassen hatte, an der er vorhin stand! Direkt vorm Mülleimer! 
Das war dann auch schließlich der Auslöser für meinen heutigen Eintrag. Und ich möchte noch mal betonen, dass ich nicht übertreibe. Diese Dinge sind wirklich alle genauso passiert, in allen stinkenden, gammligen Einzelheiten.

Aus diesem Grund bin ich auch vor einigen Wochen in den Streik getreten und räume nur noch meine eigenen Sachen auf. Ich hatte ja die Hoffnung, dass die giftigen Dämpfe aus der Küche, der mittlerweile zum Leben erwachte Müll Everest und die Tatsache, dass langsam alle Orte, in die man Müll stopfen kann, voll sind, ihn zum Aufräumen bewegen würden. Fehlanzeige.
1 zu 0 für die Faulheit! 


Ich habe ja zu seiner Faulheit folgende These:
Einsteins Relativitätstheorie besagt ja unter anderem, dass jemand, der sich schneller bewegt als das Licht, in die Vergangenheit reist. Ich habe die Vermutung, mein Mitbewohner versucht gerade genau das Gegenteil, indem er sich einfach unendlich langsam bewegt.
Ich bin gespannt, ob es funktioniert.

Bis er jedoch endlich seinen Physik-Nobelpreis für Zeitreisen erhalten wird, habe ich die Wahl entweder im Müll zu leben oder meinen Streik zu beenden.
Die Option, einfach auszuziehen, besteht leider nicht, denn ich habe kein Geld und darf hier umsonst wohnen. Peinlich es zuzugeben, aber der Mensch-Couch-Hybrid ist gleichzeitig mein bester Kumpel.

Darum wird alles weiter gehen wie gehabt, ich werde den Streik beenden, aufräumen, ihn anschließend anschreien, drohen, wieder zu meinen Eltern zu ziehen und den nächsten Streik beginnen. Vermutlich weiß er das auch denn vermutlich ist es ihm tatsächlich bereits gelungen, in die Zukunt zu reisen.

27.5.08 23:45
 


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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


noonespecial / Website (28.5.08 06:52)
haha, kenn jemanden der's fast genauso, und bis sich diese person selbst vor ihrem müll ekelt passiert da eigentlich nix. solange du ihn also nicht durch ein traumatisches ereignis mit müll für die möglichkeit des aufräumens sensibilisierst, sehe ich da schwarz :D

ps: wenn wir eine maß trinken wollen, gehen wir in unsere version des hofbräuhauses. da war ich allerdings nur 1x und nie wieder, weil mein hirn soviel "auf geht's buam" nicht verträgt. bier war aber lecker
und ich komm aus der nähe der stadt, die mehr brücken als venedig und paris zusammenhat


(30.5.08 23:42)
Hast du auch einen perfiden Masterplan auf Lager was das traumatische Müll-Erlebins betrifft? Sobald ich mit aufräumen anfang, fällt mein lieber Herr Mitbewohner nämlich immer ins Koma... So wird das nix befürchte ich... Also ich bin für alle Vorschläge offen, je ekliger desto besser

Und was die Brücken-reiche Stadt betrifft, muss ich zugeben, dass ich googlen musste. Mit Erfolg
Und übrigens, ich gestehe, ich war noch nie im Hofbräuhaus

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