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Die Inkarnation von Murphy´s Law

Auch wenn ich noch so oft das Gegenteil verspreche, dieser Blog verwahrlost zeitweise ebenso wie meine Topfpflanzen, die Zucht von biologischen Kampfstoffen in meinem Kühlschrank und die Bereitschaft, dem Geschirr zuvor zu kommen und es in die Küche zu bringen, bevor es ungeduldig wird und von alleine geht.

Aber keine Sorge, im Gegensatz zu dem zukünftigen Kompost formally known als Zimmerpflanze und der stilvoll beleuchteten braunen Brühe, die einmal mein Aquarium war, geht es diesem Blog vergleichsweise gut.
Im Gegensatz zu mir auch. Das war auch der Hauptgrund nicht mehr zu schreiben. Erinnert ihr euch noch an die Pechsträhne die an mir  pappt wie Sekundenkleber?
Deser Vergleich erscheint mir ziemlich treffend, denn Sekundenkleber klebt grundsätzlich auch nie dort, wo er soll. Dies wurde mir im Übrigen einmal auf unangenehme Weise bewusst, als ich versuchte, meinen von der Zersetzung bedrohten alten Turnschuh zu kleben, während ich ihn gerade trug.

Sicher ist euch Edward A. Murphy jr. ein Begriff, einer der weisesten Philosophen den diese Welt je hervor gebracht hat. Mit Sicherheit kennt aber jeder Murphys Gesetz, wenn auch nur aus eigener Erfahrung. Hier noch einmal die wichtigesten Grundsätze:

1. Wenn etwas schiefgehen kann, dann geht es schief.
2. Wenn etwas auf verschiedene Arten schiefgehen kann, dann geht es immer auf die Art schief, die am meisten Schaden anrichtet.
3. Hat man alle Möglichkeiten ausgeschlossen, bei denen etwas schiefgehen kann, eröffnet sich sofort eine neue Möglichkeit.
4. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmtes Ereignis eintritt, ist umgekehrt proportional zu seiner Erwünschtheit.
5. Früher oder später wird die schlimmstmögliche Verkettung von Umständen eintreten.
6. Wenn etwas zu gut erscheint, um wahr zu sein, ist es das wahrscheinlich auch.


Nun, ich bin die Inkarnation von Murphy´s Law.


Zurück zum Turnschuh. Als in Bezug auf Murphy gesetzestreue Bürgerin hätte es mich nicht überraschen sollen, dass nach dieser Aktion nicht etwa wieder die Sohle am restlichen Schuh klebte, sondern praktischerweise gleich der ganze Fuß (erinnern wir uns an Punkt 4...)
Doch damit nicht genug. Als ich mich nach dem Geklebe leicht frustriert wieder aufrichtete und mich dabei am Treppengeländer abstützte, musste ich zwei Dinge feststellen: Erstens, dass dieses Wunderwerk der modernen Chemie auch an meinen Fingern pappte und zweitens, dass es sowohl dem "Sekunden" als auch dem "Kleber" in seinem Namen alle Ehre machte.
Nun stand ich also da, lässig ans Geländer gelehnt, zu dem ich plötzlich diese innige Verbundenheit fühlte und wartete.
Glücklicherweise wusste ich, was zu tun war; Unglücklicherweise war niemand zu Hause, dem ich meinen Masterplan mitteilen konnte.
Als einige Stunden später meine Mutter von der Arbeit kam und ihren Lachkrampf beendet hatte, konnte ich sie endlich losschicken um mir ein Fläschchen Nagellackentferner zu kaufen. Ich dachte, ich wäre gerettet und könnte das liebevolle Händchenhalten mit dem Treppengeländer endlich lösen, doch dabei vergaß ich unvorsichtigerweise Punkt 3 von Murphys Gesetz.
Es stellte sich heraus, dass eine böse, gegen mich gerichtete Verschwörung der Industrie dazu geführt hatte, dass beinahe nur noch Aceton-freie Nagellackentferner im Handel erhältlich waren, die für meine Zwecke leider ungeeignet waren. Also war ich gezwunden, mich noch ein bisschen länger mit dem Geländer zu befassen, bis ich schließlich wirklich befreit werden konnte.

Das alles ist aber Jahre her. Die Haut an den betroffenen Extremitäten ist längst wieder nachgewachsen, doch nun habe ich ein neues Problem:

Pechsträhnen zeigen sich relativ unbeeindruckt von Aceton. Auch mein an sich geglückter Versuch, sie im Internet zu verscherbeln war offensichtlich nicht vom erhofften Erfolg gekrönt. Viel mehr habe ich sie damit wohl verärgert, denn die Pechsträhne hat in ihrer Effizienz und Boshaftigkeit erheblich zugelegt.

Zugegebenermaßen dürfte es zumindest für einen Beobachter noch einigermaßen witzig gewesen sein, zuzusehen, wie mein Gesicht in letzter Zeit wiederholt engen Bodenkontakt suchte, z.B. ganz klassisch bei Glatteis oder -die unterschätzte Gefahr- beim Aussteigen aus dem Auto. In diesem Fall hält der Sicherheitsgurt nicht was sein Name verspricht, denn wenn sich der Fuß darin verfängt, wird der vermeindliche Lebensretter schnell zu einer äußerst unsicheren Angelegenheit.
Rund um das Auto lauern ohnehin zahlreiche Gefahren. Wer jemals versucht hat, seine Tasche vom Beifahrersitz zu greifen und dabei mit ihrem Träger versehentlich an der Handbremse hängen geblieben ist, der kennt den Nervenkitzel eines U-Turns mitten im Berufsverkehr.
Meine Pechsträhne hat mich außerdem darüber aufgeklärt, dass es nicht der Wahrheit entspricht was man sich über Frauen und Multitasking erzählt. Ich für meinen Teil kann z.B. nicht einmal telefonieren und trinken gleichzeitig, wie ich jetzt weiß.
Ich glaube, mir ist vorher noch nie während dem Gespräch das Handy aus der Hand gefallen. Normalerweise trinke ich auch grundsätzlich einfach aus der Flasche, doch an diesem Tag fühlte ich mich kultiviert und nahm ein Glas.
Murphy Punkt 5. Verkettung von unglücklichen Umständen.
Es kam also wie es kommen musste. Aus unerfindlichen Gründen rutschte mir das Telefon aus der Hand und landete zielsicher in diesem einen winzigen Glas, obwohl es den ganzen Tisch, sogar den Boden zur Verfügung gehabt hätte...

Bei diesen Fällen konnte ich mir zumindest noch den Hauch eines Lächelns abringen und musste zugeben, dass die Pechsträhne gute Arbeit geleistet hätte, wäre das ganze nicht mir passiert.

Allerdings wurde es wie gesagt noch um einiges boshafter, fast so als würde das Universum seine geballte Energie nur dazu benutzen um sich neue Gemeinheiten für mich auszudenken. Herzlichen Dank.
Langsam habe ich den Eindruck, dass die Welt nur aus einem einzigen Grund existiert: Sie will mich ärgern. Diese Ansicht klingt zwar möglicherweise etwas egozentrisch, allerdings kann ich mir kaum vorstellen, dass sie überhaupt noch für etwas anderes Zeit haben könnte, so sehr wie sie sich mit aller Macht darauf konzentriert, mir das Leben schwer zu machen.

Dass bei mir im Januar Pfeiffersches Drüsenfieber diagnostiziert wurde, hatte ich ja bereits erwähnt. Nicht erwähnt habe ich bis jetzt allerdings, dass sich das ganze ca. 3 Monate hinzog.
Eine völlig ereignislose Zeit in der ich im Prinzip nicht viel mehr getan habe, als im Bett zu liegen und in Selbstmitleid zu baden.
Folglich gab es auch nicht viel, was auch nur einigermaßen schreibenswert geschweige denn lesenswert gewesen wäre, weshalb ich auch nichts gegen die fortschreitende Verwahrlosung meines Blogs unternahm. Ich sah keinen Grund, euch die Ereignislosigkeit meines Lebens mitzuteilen, sonst hättet ihr höchstens Dinge wie die folgenden lesen können:
-Da der menschliche Part des Mensch-Couch-Hybriden in dieser Zeit im tiefsten Osten in einem Plattenbau hauste und ich schon am Rande des Herzinfarktes war, sobald ich mich nur im Bett auf die andere Seite rollte, zog ich samt Miez in den Keller meiner Eltern.
In meiner Wohnung wäre ich kläglich verhungert. Einige Zeit hätte ich wohl noch nach nahrhaften Resten in den Tiefen des Müll Everest schürfen können oder (vor Hunger dem Wahnsinn nahe) versucht, die Zucht biologischer Kampfstoffe in unserem Kühlschrank zu essen (vielleicht hätte ich ja ein Heilmittel entdeckt?) aber alles in allem wäre das ganze mit Sicherheit eine erfolgreiche Diät geworden.
Hotel Mama bewahrte mich vor Lebensmittelvergiftungen und davor, selber einkaufen zu gehen, was ich schon in gesundem Zustand äußerst ungern tue sofern es sich dabei nicht um Klamotten handelt. In krankem Zustand wäre es ein Ding der Unmöglichkeit gewesen, denn schon der Weg die Kellertreppe hoch brachte mich an den Rande der Verzweiflung. Ich war so k.o. dass ich mir nicht mal den Aufstieg auf den Mount Everest (den echten) hätte anstrengender vorstellen können. Also errichtete ich mir auf halbem Weg ein Basislager um mich auszuruhen, ein Haufen Kissen auf der Treppe.
Eine extremst langweilige Zeit also.

Aufgepeppt wurde die Langeweile dank der Pechsträhne aber schon. Nach einer kurzen Phase der Gesundheit erkrankte ich nämlich erneut, interessanterweise diesmal aber an einer Krankheit, die offenbar nicht zum Stoff des Medizinstudiums gehört. Alles andere wäre für meine Pechsträhne ja auch nicht spektakulär genung gewesen und die Schweinegrippe war zu diesem Zeitpunkt noch nicht erfunden, also musste sie sich etwas völlig neues ausdenken.

Was folgte war eine weniger langweilige Zeit, in der ich die verschiedensten Ärzte besuchen durfte um mich persönlich davon zu überzeugen, dass ein Medizinstudium offenbar nicht über die Diagnose und Behandlung von "Husten" und "Erkältung" hinausgeht.
Nach 12 Semestern "wenn die Nase läuft, nennt man das Schnupfen" können sie zwar wenigstens ein paar Standard-Krankheiten relativ zielsicher erkennen, aber wenn man nicht gerade hustet und rotzt, kommt gleich die obligatorische Frage
"Waren sie in letzter Zeit in den Tropen?"
Ja, im Sub-sub-sub-tropischen Österreich, vor ca. 4 Jahren, wer weiß was ich mir da eingefangen habe. In solch exotischen Ländern weiß man ja nie...Ansonsten habe ich meinen Weißwurst-Äquator jedoch nicht verlassen.
Offensichtlich ist aber auch Geographie kein Bestandteil des Medizinstudiums, denn meine Überweisung ans Tropeninstitut habe ich trotzdem bekommen...

Man fragt sich also unweigerlich, verdammt was lernen die dann eigentlich in den ganzen Jahren?
Meine Theorie dazu ist folgende: Während also im Studium offensichtlich sehr wenig Zeit auf Geographie und irgendwelche Krankheitsbilder verwendet wird, stecken die angehenden Mediziner ihre ganze Zeit und Energie in das Erlernen einer komplizierten Geheimsprache und üben sich in der Kunst, diese unter dem üblichen Fachchinesisch zu verstecken.

Diese Therorie habe ich bei meinem Ausflug in die Uniklinik entwickelt, in die ich zwischenzeitlich mal eingewiesen wurde. Mein Zustand hat sich dort tatsächlich auch verändert, nur leider in die falsche Richtung. Aber man soll ja positiv denken, also freue ich mich zumindest darüber, dass ich meinen Wortschatz um ein weiteres interessantes Schmuckstück ergänzen konnte: "iatrogen"
Die Ärzte dort haben wohl den großen Fehler gemacht, ungeniert vor mir drauf los zu plappern und dabei gleichzeitig meine Fähigkeit zu unterschätzen, dass ich mir selbst noch im schlimmsten Zustand unbekannte Wörter merken kann, die mich neugierig machen. Wieder zu Hause konnte ich dann mit Hilfe von Dr. Google diesen Teil ihrer Geheimsprache enttarnen:
"Als iatrogen (altgriechisch: vom Arzt erzeugt) werden Krankheitsbilder bezeichnet, die durch ärztliche Maßnahmen verursacht wurden, unabhängig davon, ob sie nach Stand der ärztlichen Kunst vermeidbar oder unvermeidbar waren"
Großartig. Danke, Pechsträhne, und danke deinem Helferlein Dr. D., jetzt habe ich wenigstens noch ein paar bekannte Symptome dazu bekommen, damit die Ärzte nicht völlig ratlos sind wenn sie mich sehen.

Das Krankenhaus und mein Arztmarthon sowie die Tatsache, dass ich eine Krankheit habe die es offensichtlich noch nicht gibt (vielleicht wird sie ja nach mir benannt?) sind aber spannend genug, um ihnen einen eigenen Beitrag zu widmen, der in Kürze folgen wird...

25.5.09 11:40


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Die fiesen Späßchen des Universums

 Würde das Jugendamt sich auch um verwaiste und vernachlässigte Blogs kümmern, die mutterseelenallein irgendwo zwischen youtube und Porno im Internet ihr einsames Dasein fristen, so wäre meiner schon längst unter staatlicher Obhut.
Blogs haben ja im Gegensatz zu Kindern und Tieren den Nachteil, dass sie sich nicht melden, quengeln und rumheulen wenn sie vernachlässigt werden. Das gleiche gilt leider übrigens auch für meine Topfpflanzen.

Aber was solls, mittlerweile haben soweiso nur noch die Kakteen überlebt; survival of the fittest wie Darwin sagen würde. Quasi eine Art natürliche Selektion, nur unnatürlicher. Denn ich bringe den Regen (oder auch nicht) und entscheide somit über Leben und Tod der kleinen ehemals grünen Pflanzen, fast wie ein Gott, der auf dem Müll Everest thront wie damals die Götter der alten Griechen auf dem Olymp.
Mit dem Haken, dass der Müll Everest garnicht mehr existiert, da mein Mitbewohner, der Mensch-Couch-Hybrid, sich (wie ich annehme) einem komplizierten chirurgischen Eingriff unterzogen hat um sich von seinem Sofa trennen zu lassen. Dadurch wurde er dazu fähig, einen Job im tiefsten plattenbebauten Osten anzunehmen, weswegen er nur noch hin und wieder am Wochenende nach Hause kommt. Er gibt sich zwar die allergrößte Mühe, dennoch schafft er es in der Kürze seiner Anwesenheit nicht, den Müll Everest in unserem Wohnzimmer wieder zu alter Größe anwachsen zu lassen, aber das ist eine andere Geschichte.

Das mysteriöse Mensch-Couch-Lebewesen soll aber heute nicht mein Thema sein, denn die Realität kann noch weitaus grausamer sein als ein paar Müllberge im Wohnzimmer, denn:

ICH HATTE EINE PECHSTRÄHNE!

Möglicherweise habe ich ja mit meiner Gott-gleichen Regentschaft über die Flora und Fauna in meiner Wohnung den Neid anderer Götter auf mich gezogen. Vielleicht habe ich auch einen Spiegel zerbrochen, bin unter einer Leiter durchgelaufen oder einer schwarzen Katze begegnet, vielleicht habe ich versehentlich gar einen fiesen Vodoo-Priester verärgert...

Der Intensität meiner Pechsträhne nach zu urteilen, habe ich vermutlich alles auf einmal verbrochen. Und noch mehr.
Die Rache des Glücksklees. Zum Geburtstag habe ich nämlich ein Töpfchen dieses vierblättrigen Gewächses bekommen, allerdings bin ich ja bekanntermaßen nicht gerade mit einem grünen Daumen gesegnet. Eher mit einem schwarzen. Der alles pflanzliche Leben verdorren lässt, sobald es sich nur in der Nähe seiner unheilvollen Aura befindet. Wahrscheinlich muss ich ein Fleckchen Erde nur ein bisschen zu lange böse anschauen um sicherzustellen, dass die nächsten 10.000 Jahre dort nichts mehr wächst, so als hätte man den Boden erst kräftig gesalzen und dann noch eine Ladung Dioxin darauf verteilt. Und Plutonium.
Wäre ich zur Zeit des Vietnam-Kriegs schon geboren gewesen, dann hätten die USA sicher nicht extra Agent Organe versprühen müssen um den Dschungel zu entlauben. Ein Rundflug mit mir über das Land hätte gereicht.

Aber im Prinzip tut der Grund für meine Pechsträhne genauso wenig zur Sache wie die Tatsache, dass ich sehr talentiert darin bin, die Lebensspanne von pflanzlichem Leben erheblich zu verkürzen.
Fakt ist, ich hatte eine fürchterliche Pechsträhne. Wie eine dicke kleine dunkle Regenwolke über meinem Kopf, die ich auf Schritt und Tritt mit mir herumschleppe wie andere Leute ihre Handtasche. Eine schwarze Wolke von der ganz fiesen Sorte, die mir schon bei der kleinsten Andeutung von etwas Gutem einen Blitz in den Arsch jagt um mich daran zu erinnern, dass ich gefälligst unglücklich zu sein habe.
Ich kam mir vor, als ob das Universum mit all seinem geballten Wissen jede Nacht nur damit verbringt, zu grübeln, welche Gemeinheiten es mir am nächsten Tag wieder antun kann. Am liebsten wäre ich garnicht mehr aufgestanden, doch mein Pech lies sich nicht dadurch überlisten, dass ich mich unter der Bettdecke verkroch. Es fand mich trotzdem. Immer und überall.
Ich allein hätte genug Stoff für 4 Staffeln "Upps - die Pannenshow" geliefert wenn man die letzten Wochen einfach einen Kameramann hinter mir her geschickt hätte.

Der Anblick, mich über einen vereisten Parkplatz laufen zu sehen, mit einem Stift im Mund, an dem ich mir anschließend bei passender Gelegenheit (der Moment als mein Gesicht ungebremsten Bodenkontakt hatte) einen Zahn ausschlug, war sicher lustig. Ebenso mein Versuch im Dunkeln im weißen Schnee ein weißes Stück Zahn zu suchen. Natürlich wurde mein Vorhaben dadurch erheblich erschwert, dass überall diese kleinen Steinchen lagen, die alle in etwa Zahn-Größe haben und deren Zweck es ist, Menschen davor zu bewahren, auszurutschen.
Beim Zahnartz war ich leider immernoch nicht. Mir kam etwas dazwischen, nämlich neues Pech.
IN Gestalt einer Magen-Darm-Grippe und diese ist sicher nicht die geeignete Krankheit um damit zum Zahnarzt zu gehen, da diese Sorte von Doktoren in der Regel kein sonderliches Interesse an halb verdautem Mageninhalt hat. Außerdem war es in dieser Zeit wohl keine schlechte Idee einen Sicherheitsabstand zu verschiedenen meiner Körperöffnungen einzuhalten.

Weil eine Magen-Darm-Grippe allein aber noch lange nicht nervig genug ist, hatte sich das Schicksal, dieser Spaßvogel, einen ganz besonders tollen Tag dafür ausgesucht - Silvester. Während also alle anderen Menschen um Mitternacht in den Himmel starrten, schaute ich konzentriert in die Tiefen der Toilette.

Alles in allem also ein gelungener Start ins neue Jahr.
2009 startete mit einer ganzen Reihe neuer Unglücksfälle, mit einem kleinen Autounfall, weiteren unspektakulären Verletzungen, meist in Folge von Gleichgewichtsstörungen auf Glatteis, einem Riss in meiner Lieblingshose an einer seeehr ungünstigen Stelle, einigen Todesfällen unter den Bewohnern meines Aquariums...

Aber da wusste ich noch nicht, dass sich das Universum die größte Gemeinheit bis zum Schluss aufgehoben hatte.
Eine mysteriöse Krankheit in Kombination mit unfähigen Ärzten, deren Kommentar zu meinen Blutwerten folgendermaßen  lautete: "Wir wollen sie nicht beunruhigen. Darum sagen wir ihnen nichts". Folglich war ich selbstverständlich wahnsinnig beruhigt.
Da ich mir alle Werte gemerkt hatte und dank Bettruhe massenhaft Zeit zur Verfügung, fragte ich Dr. Google um Rat und erhielt prompt eine Liste mit solch beruhigenden Diagnosen wie Aids, Tuberkulose, Leukämie und Lymphdrüsenkrebs.
Die Woche über wurde ich von Arzt zu Arzt geschickt, verbrachte meine wertvolle Zeit (die zwar grundsätzlich wertvoll ist, aber wenn man befürchtet dass sie nur noch recht knapp bemessen sein könnte, erst recht) in diversen Wartezimmern und dachte über mein möglicherweise nahes Ende nach. Und über die weltbewegende Frage, wieso in Wartezimmern eigentlich überall nur Gala, Bunte und ähnliches rumliegen und wer zur Hölle sich eigentlich für sowas interessiert.
Nebenbei verpasste ich dadurch die letzte Woche eines extrem nervigen Praktikums in der Uni, wodurch es mir nicht angerechnet wurde und ich die erste beschissene Hälfte völlig umsonst gemacht hatte, insgesamt 5 Klausuren, noch ein zweites Praktikum und ein Seminar. Folglich war fast alles, was ich in diesem Semester getan habe, umsonst. Danke, du Spaßvogel-Universum.
Erwähnenswert ist vielleicht auch die Tatsache, dass mir meine Pechsträhne eine nette Auzubildende zur Blutabnahme schickte, die beim Abbinden meines Arms meinte, mir mitteilen zu müssen wie nervös sie doch sei. Um den Wahrheitsgehalt dieser Aussage zu untermauern, stocherte sie mit zittrigen Händen gefühlte 1000 Mal in meinem rechten Arm herum ohne dabei auf einen Tropfen Blut zu stoßen. Von ihrer Nervosität durfte ich mich dann, selber nun auch schon etwas nervös, auch noch ein zweites Mal überzeugen und zwar an meinem linken Arm.
Faszinierendes Detail: An beiden Armen wurde das Pflaster zielsicher nicht mit der Watte, sondern mit der klebrigen Stelle auf die Einstiche geklebt.
Die folgenden Tage wurde mir noch öfter Blut abgenommen doch leider hatten ihre fleißigen Probebohrungen in meinen Armvenen nicht bewirkt, dass es die nächsten Male einfacher wurde.
Am Ende hatte ich hübsche blau-rot-grün-gelbe expressionistische Meisterwerke auf beiden Unteramen. Weniger hübsch war allerdings die Tatsache, dass ich sie vor Schmerz kaum mehr anwinkeln konnte, nicht mal zum rauchen, was mich zwang, diese Tätigkeit in einigen skurrilien Positionen auszuführen. Ein Spaß für alle Zuschauer.

In Kombination mit der Angst zu sterben also eine richtig gelungene Woche. Zumindest aus Sicht meiner Pechsträhne, die sich anscheinend zu dieser Zeit ganz besonders viel Mühe gegeben hatte.

Nach mehr als einer Woche Ärztemarathon und endlosen Diskussionen über die Frage, welch beruhigende Wirkung der Satz "wir wollen sie nicht beunruhigen" auf mich hatte, wartete ich nun ungeduldig auf die Ergebnisse, von denen ich angesichts des mich verfolgenden Unglücks aber nichts positives erwartete.

Panisch machte ich mich also an die Arbeit, um noch rechtzeitig vor dem Anruf der Ärzte einen Weg zu finden, das Pech loszuwerden. Ich zerbrach mir das Hirn, googlete nach Glücksbringern, guten Hexen und Entfluchungszaubern und begann langsam an meinem Geisteszustand zu zweifeln, denn normalerweise existieren kaum Menschen auf dieser Welt, die leidenschaftlicher gegen Horoskope, Homöopathie, Wasseradern und jeden anderen unwissenschaftlichen Unsinn wettern können als ich. Normalerweise. Denn nun befand ich mich in einem Ausnahmezustand. Die mysteriöse Krankheit schien mein Hirn zu befallen.
Da fiel mir plötzlich folgender Spruch ein: "Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied"

Na gut, schmiede ich mir halt ne Ladung Glück. Selbst ist die Frau. Da ich aber weder über eine fundierte Schmied-Ausbildung verfüge noch eine Ahnung habe, welches Material ich dazu verwenden könnte, dachte ich mir, ich drehe den Spieß einfach um und werde aktiv mein Pech los.

Also, Anzeige ins Internet mit folgendem Text: "Pechsträhne günstig abzugeben. Nur in liebevolle Hände."
Und das war mein voller Ernst. Ich habe das wirklich getan.
Kurz danach meldeten sich die ersten Interessenten, darunter einer, der mir anbot, sie für mich zu entsorgen. Ich war einverstanden.

Kaum war der Deal abgeschlossen rief der Arzt an. Ich hob mit zitternden Händen ab, versuchte mein Handy trotz des Picassos auf meinem Arm halbwegs schmerzfrei zum Ohr zu bringen und entschied mich dann doch für den Lautsprecher. Der brüllte mir entgegen: "Herzlichen Glückwunsch. Sie haben Pfeiffersches Drüsenfieber". Ich habe mich noch nie so über eine Krankheit gefreut, was mich allerdings nicht davon abhielt noch eine weitere halbe Stunde über den Satz "wir wollen sie nicht beunruhigen" zu streiten. Mein Leben war nicht dem Ende nah, ich hatte also Zeit für Diskussionen. Herrlich!
Allerdings habe ich die Diagnose nicht den Ärzten zu verdanken, denn der Test auf diese Krankheit wurde auf meinen Wunsch gemacht, auch wenn sie der Ansicht waren, dass es etwas anderes sein musste. Aber ich hatte es schon mal, fühlte mich diesmal wieder ähnlich, und erinnerte mich, dass ich beim letzten Mal auch schon den Verdacht Leukämie zu höhren bekam.

Aber egal, die Krankheit ist zwar nervig. ätzend, ärgerlich und langwierig, aber immer noch besser als alle anderen Alternativen.
Und da ich nun soweiso nur im Bett liege, habe ich auch wieder Zeit mich meinem Blog zu widmen. Welch ein Gewinn für die Welt. Ich schreibe wieder! Party Party!

12.2.09 02:21


Geklonte Omas und andere Merkwürdigkeiten

Gestern war ich einmal wieder gezwungen, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen und über diese gruslige Sozialstudie möchte ich heute berichten.

Normalerweise benutze ich ja aus Bequemlichkeitsgründen mein Auto.
Es ist alt, ich würde sogar sagen, es ist beinahe antik, Baujahr irgendwann im letzen Jahrtausend, als sich die Benzinpreise noch fast im zweistelligen Pfennig-Bereich bewegten.
Damals hielten es die Konstrukteure mangels hellseherischer Fähigkeiten wohl noch nicht für nötig, es so zu bauen, dass mich eine Tankfüllung keine 80€ kostet. Damit komme ich dann, bergab und mit Rückenwind, vielleicht 500 km weit...
Aber mit den Benzinpreisen ist das bei mir wie mit der Tabaksteuer... Schimpfen bringt soweiso nix und am Ende zahlt mans ja doch...
Trotzdem. Ich liebe mein Auto. Es ist ein braves Auto, dass, seit es damals in der Antike von den erwähnten nicht hellseherisch begabten Konstrukteuren auf diese Welt gebracht wurde, noch nie ernsthaft kaputt war, mal abgesehen von einem durchgebrannten Rücklicht.

Leztens war ich aber dennoch gezwungen, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Der Grund ist ebneso palusibel wie peinlcih.

Bekanntermaßen habe ich es ja nicht sonderlich mit Schlüsseln, genauer gesagt befinden sie sich in der Regel genau auf der anderen Seite der Tür wie ich, was natürlich zu erheblichen Schwierigkeiten führt.
Diesmal war die Situation ähnlich, nur mit dem Unterschied, dass ich jetzt nicht einmal wusste, wo sich meine Schlüssel befanden, was aber im Grunde auf das gleiche rausläuft. Die Tatsachen waren: 1. Der Schlüssel ist weg, 2.. ich habe es in meinem bisherigen Leben versäumt zu lernen, wie man ein Auto kurz schließt.

Ich hatte also keine andere Wahl....

Einen Anruf bei der Auskunft später und 1,99/min ärmer wusste ich nun, wann der Bus fuhr.
Mir graute es jetzt schon vor dem Heimweg und meine bösen Vorahnungen sollten nicht enttäuscht werden.
Ich machte mich also unmotorisiert auf den Weg zur gefühlt 30km-Fußmarsch entfernten Bushaltestelle. Als ich mich ihr näherte, sah ich den Bus um die Ecke biegen. Es ist ja immer so, ein Naturgesetz sozusagen, egal wie schnell man rennt, die Türen schließen sich immer exakt eine Sekunde bevor man das Gefährt betreten kann.
Das ist so wie mit dem Esel, dem man eine Karotte vor die Nase bindet, damit er immer weiter läuft. Doch egal wie sehr er sich beeilt, er wird sie nie erreichen.
Wider besseren Wissens setzte ich mich dennoch in Bewegung und sprintete in atemberaubendem, olympiareifen Tempo auf die Tür zu – die sich, gerade als ich zu meinem waghalsigen Sprung ins innere ansetzen wollte, schloss.

Die Karotte hatte mich mal wieder verarscht.

Und als ob das noch alles nicht genug wäre, fing es genau in diesem Moment an zu regnen, um mich noch zusätzlich zu demütigen.

Meine Lunge drohte nach dieser ungewohnten sportlichen Einlage mal wieder mit einem unbefristeten Streik. Vermutlich war sie Mitglied bei Ver.di.
Keuchend und frustirert setzte ich mich auf die Bank, zündete mir eine Zigarette an und sinnierte darüber, warum ich nicht etwas früher losgegangen war. Doch Erinnerungen aus grauer, führerscheinloser Vorzeit trösteten mich und sagten mir, dass das auch keinen Unterschied gemacht hätte.

Naturgesetz Nr. 2.: Wenn man einmal ausnahmsweise so überpünktlich an der Haltestelle steht, dass der Bus im Prinzip garkeine Chance mehr hat, zu entkommen – kommt er einfach garnicht.


Verehrte Fahrgäste, auf Grund von ....(unverständliches Gemurmel).... kann es zu erheblichen Verspätungen kommen. Wir bitten um ihre Geduld.. Danke.

Endlich kam der Bus. Ich stieg ein und schaute mich um. Hinten saßen wie immer die richtig coolen Möchtegern-Gangster, ca. 14 Jahre alt, und irgendwie sahen sie alle gleich aus: die Kappe tief in das beginnend pubertär-pickelige Gesicht gezogen , teilweise schon gesegnet mit einem wahnsinnig männlichen Oberlippenflaum, den sie mit stolz geschwellter Hühnerbrust zur Schau trugen und ausnahmslos alle in weißen Pullis der selben offensichtlich unheimlich coolen Marke, von der ich noch nie im Leben etwas gehört hatte. Gott, ich werde alt...
Ich versuchte ihrer zweifellos höchst philosophischen Unterhaltung zu folgen und stellte erstaunt fest, dass diese wohl nur aus immer neuen Kombinationen von genau fünf Vokabeln bestand: "krass", "Alda", "gucksdu", "Handy" und "fuck". Faszinierend. Allerdings muss ich zugeben dass ich ihrer Unterhaltung nicht ganz folgen konnte, was zum einen an bereits erwähntem Wortschatz lag, zum anderen daran, dass Bushido in voller Lautstärke aus ihren Handylautsprechern nervte.
Das ganze wurde mir zu cool und ich wandte mich ab um nach einem Sitzplatz ausschau zu halten.

Dabei fiel mir mal wieder ein altbekanntes Phänomen in öffentlichen Verkehrsmitteln auf. Ungeachtet der Tatsache, dass die Sitze in Bussen und S-Bahnen auf beiden Seiten eigentlich für jeweils 2 Personen konzipiert waren, setzen sich ausnahmslos alle Fahrgäste grundsätzlich auf den Platz am Gang und versuchen durch einen wahlweise grimmigen oder irren Blick zu verhindern, dass jemand auf die Idee kommen könnte, zu fragen ob er wohl bitte rutschen würde.
So gesehen bin ich dafür, statt dieser zweckentfremdeten Doppelsitze lieber gleich nur einen richtig dicken Sessel einzubauen. Mit Sitzheizung und Massagefunktion bitte. Danke.

Wenn schon nur einer dort sitzt, dann aber wenigstens richtig...

Die grimmiger-irrer-Blick-Taktik verfehlte ihre Wirkung nicht und ich beschloss, mich mit mienem Stehplatz zufrieden zu geben. Die Fahrt dauerte sowieso nicht lang.

Als ich aus dem Bus ausstieg, zündete ich mir erstmal eine Zigarette an und marschierte in das Bahnhofsgebäude – zumindest hatte ich das vor. Ein Mann in blauer Uniform, die ich nicht einordnen konnte und einer dämlichen roten Kopfbedeckung, schob sich mir in den Weg.
Türsteher am Bahnhof? Mann, bin ich lange nicht mehr hier gewesen....
Der Mann entwirrte seine krampfhaft verschränkten Arme und deutete nach oben. Ich hob mienen Kopf und blickte plötzlich in ca 3 Millionen Rauchverbotschilder diverser Größen. Achja Rauchverbot. Da war doch was....
Aber mit Schildern konnte man es auch übertreiben..
Rotkäppchen, der Türsteher, stellte mich vor die Wahl, entweder die Zigarette auszumachen oder 30€ zu zahlen.
Rein interessehalber fragte ich ihn, ob ich denn dann weiter rauchen dürfte, wenn ich tatsächlich die 30 € bezahlen würde. "NEIN!"
Komische Auswahlmöglichkeiten, dachte ich mir als ich durch den Bahnhof ging. Entweder nicht rauchen und nicht zahlen oder nicht rauchen und 30 € zahlen.. Toll.
Als ich die Treppen zum Bahnsteig hinauf ging, fragte ich mich ob man oben an der frische Luft denn wenigstens noch rauchen durfte und tatsächlich entdeckte ich ein Schild, auf dem die Zigarette ausnahmsweise nicht durchgestrichen war. Ich folgte dem Pfeil und sah schon von weitem am hintersten Ende des Bahnsteigs ein kleines Grüppchen Menschen stehen, die Rauchzeichen in die Luft bließen.
Vielleicht kommunizierten sie auf diese Weise mit dem anderen Grüppchen am gegenüberligenden Bahnsteig?
Ich kam näher und entdeckte das ersehnte Schild mit der Aufschrift "Raucherbereich". Als ich auf den Boden blickte, sah ich, was damit gemeint war. Der Raucherbereich manifestierte sich in Form eines Quadrates, das mit weißer Fabe auf den Boden gepinselt war, ca. 1x1 Meter groß.
Die Rauchzeichen gebenden Menschen im Inneren drängten sich so dicht zusammen, als ob auch nur der kleinste Tritt über die ominöse weiße Linie bedeutetn würde, dass auf der Stelle sämtliche Menschen im ganzen Bahnhofsbereich tot umfallen. Die Folgen des Passivrauchens....
Vielleicht markierte das mysteriöse Quadrat die Posittion eines ultramodernen Schutzschildes, unsichtbar und absolut undruchlässig für Staatsfeind Nr. 2: Den Rauch.
(Bei Staatsfeind Nr. 1 handelt es sich ja bekanntermaßen um das CO2, das vor einigen Jahren Feinstaub, die Vogelgrippe und BSE von den Führungspositionen vertrieben hatte)
Ich entschloss mich, das drohende sofortige Massensterben sämtlicher Passivraucher im Bahnhosbereich in Kauf zu nehmen und zündete mir meine Zigarette einen guten Meter außerhalb des Quadrats an. Nichts passierte. Langeweilig.
Ich hätte nichts einzuwenden gehabt gegen etwas Action, denn natürlich musste ich 20 Minuten warten, da der Bus selbstverständlich genau zu dem Zeitpunkt am Bahnhof angekommen, als die S-bahn abgefahren war. Diesmal hatte ich wenigstens die Aussichtslosigkeit eingesehen und darauf verzichtet der S-Bahn hinterher zu rennen.

Wenigstens war es nicht Winter. Denn (warum auch immer) sobald irgendwo in dieser Stadt eine Schneeflocke, und sei sie auch noch so winzig, auch nur ansatzweise irgendeine S-Bahn berührt, bricht auf der Stelle das absolute Chaos aus, der gesamte S-Bahnverkehr bricht auf sämtlichen Linen zusammen und auch die Busse und Straßenbahnen kommen nur noch mit mindestens 2-Stündiger Verspätung.
Nur die U-Bahn fährt immer, vermutlich weil sich Schneeflocken nicht bis in den Tunnel durchfressen können. Aber ich habe noch nie in der Nähe einer U-Bahn gewohnt, daher ist mir das egal.
Dem Verständnis halber sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass ich nicht in einer Stadt nahe des Äquators wohne, in der Schnee eine absolute Seltenheit ist, mit der kein Mensch rechnen kann. Bei gutem Wetter sieht man von hier aus die Alpen. Wir haben jeden Winter haufenweise Schnee. Überraschung liebe S-Bahn!
Wenigstens ein Fortschritt wurde in dieser Sache aber schon gemacht: Immerhin gibt es seit einigen Jahren große bunte leuchtende Anzeigetafeln, die in der Lage sind, die Worte "Verspätung auf unbestimmte Zeit" einzublenden. Die alten Tafeln konnten nur die S-Bahnlinien zeigen. Klasse. Wneigstens hat man es jetzt weiß auf bunt, dass man wohl noch stundenlang frieren muss.
Glücklicherweise ist sogar hier Schnee im August nicht die Regel und meine S-Bahn führ pünktlich in den Bahnhof ein. Ich stieg ein, und entdeckte einen Sitzplatz. In guter alter Öffentliche-Verkehrsmittel-Tradition setzte ich mich auf den Platz am Gang und wartete darauf, dass die Türen sich schließen würden.

Durch die Fenster sah ich einen Mann, ebenso breit wie hoch und –nicht überraschend- mit einen angebissenen Klischee-Burger in der Hand, der wenig graziös auf die Sbahn zustampfte.
Erstaunlicherweise versagte bei ihm eines der Naturgesetze und die Türen schlossen erst nachdem er eingestiegen war.
Offensichtlich hielt er Ausschau nach einem freien Platz, also versuchte ich den besten grimmig-irren Blick aufzusetzen, den meine Gesichtsmuskulatur zu bieten hatte. Mit mäßigem Erfolg. Genauer gesagt ohne Erfolg.
Der Mann trampelte schnaufend auf mich zu und beachtete mich und meinen wie ich finde sehr furchteinflößenden Gesichtsausdruck garnicht. Wäre ich nicht in letzer Sekunde auf den Fesnterplatz herübergerutscht, wäre ich mit Sicherheit das wer-weiß-wievielte Opfer seines Allerwertesten geworden. Eine etwas merkwürdige Art zu sterben.
Da saß ich nun, ziemlich beengt und eingehüllt in einer Wolke aus Schweiß und Doppel-Whopper und betete darum, dass die S-Bahn doch etwas schneller fahren würde, denn ich wusste nicht, wie lange ich wohl noch die Luft anhalten konnte, ohne ohnmächtig zu werden.

Zum Glück musste ich an der nächsten Station schon wieder aussteigen. Ich saugte erleichtert den Sauerstoff in meine Lungen als ich endlich draußen war und es gab nur ein Gefühl, das das noch übertreffen konnte. Rauch in der Lunge. Ich zündete mir die nächste an, jedoch erinnerten mich böse Blicke bald wieder an das Rauchverbot an Bahnhöfen. Ich beeilte mich, unauffällig den Bahnhof zu verlassen, doch als ich einen weiteres Rotkäppchen in blauer Uniform sah, ließ ich vor Schreck die Zigarette fallen und versuchte möglichst wenig schuldbewusst auszusehen, als ich an ihm vorbei ging.
Ich hatte jetzt wirklich keinen Nerv mehr für noch so eine seltsame 30€-oder-auch-nicht-Diskussion.

Als ich an der Bushaltestelle angekommen war, setze ich mich hin, erleichtert, dass ich in wenigen Stationen und einem weiteren weiten Fußmarsch endlich daheim sein würde und genoss den ersten Zug meiner nächsten Zigarette. Hoffentlcih würde der Geruch des Rauchs die Whopper-Wolke vertreiben, die sich allem Anschein nach nun auf mich übertragen hatte....

Naturgesetz Nr. 3: Sobald du dir eine Zigarette anzündest, kommt der Bus.

Großartig. Die dritte Zigarette, die an diesem Tag so gut wie ungeraucht auf dem Boden landete.
Ich stieg ein und entdeckte zu meiner Überraschung einen Platz, an dem eine Person auf der Fensterseite saß und offensichtlich die Tradition missachtete. Ich eilte auf die willkommene Sitzgelegenheit zu doch genau in dem Moment, als ich meinen müden Körper dort parken wollte, zischte eine Stimme "Da sitzt meine Tasche". Gleichzeitig nahm die alte Frau auf dem Fesnterplatz besagte Tasche ( und es war nicht gerade eine Reisetasche oder so, eher ein kleines Handtäschchen, jedenfalls nichts was einen eigenen Sitz benötigte), stellte sie auf den freien Platz und tätschlete sie wie einen kleinen dummen Hund.

Aha. Dieser Frau und ihrer Tasche bin ich schon häufig begegnet. Oder einem Klon von den beiden. Vermutlich müssen sie tatsächlich einem misslungenen Genexperiment entsprungen sein, denn sie fahren zu Tausenden in deutschen Bussen, alle alt, und alle mit der gleichen seltsamen Verhaltensstörung.
Die Oma-mit-Tasche-Klone haben übrigens viel Ähnlichkeit mir dem Peruaner-mit-Panflöte-und-Poncho-Phänomen. Diese merkwürdigen Menschen, die in 5er Gruppen beinahe identisch in jeder deutschen Fußgängerzone stehen und mehr oder weniger rythmisch im Takt ihrer Flötenmusik wackeln....
Irgendwo muss es eine Fabrik dafür geben. Geheimprojekt der Regierung wahrscheinlich. Oder vom CIA. Oder den Aliens. Wer weiß. Über den Sinn und Zweck bin ich mir zwar noch nicht ganz klar, aber ich bin mir sicher, dass es mir gelingen wird, daraus eine überzeugende Verschwörungstheorie zu basteln und jemanden zu finden der sie mir glaubt. Das wäre wenigstens mal ein ausgefallenes Hobby.

Ich war zu genervt, um mit dem Oma-Klon zu diskutieren, daher blieb ich stehen, warf ihr hin und wieder einen bösen Blick zu und sie mir einen abfälligen Blick zurück. Das lenkte mich wenigstens etwas von meiner Langeweile ab, bis der Bus endlich meine Haltestelle erreichte. Endlich.
Der Heimweg verging schneller als erwartet, denn ich hatte ja nun ein neues Hobby und konnte fleißig die wildesten Verschwörungstheorien spinnen.

Daheim angekommen erklomm ich erstmal den Müll Everest, der mittlerweile auf dem besten Weg war ein weiterer, lebendiger Mitbewohner zu wirden. Vielleicht räumt der dann wenigstens auf.
Nach einer anstrengenden Tour durch das Abfall-Gebirge erreichte ich endlich die Couch. Offensichtlich hatte mein Mitbewohner es tatsächlich geschafft sich von ihr zu trennen und die Wohnung zu verlassen. Ich ließ mich erschöpft und genervt fallen. Endlich ein Platz ganz allein für mich und kein Rotkäppchen, das mir das rauchen verbieten konnte.

Herrlich.

Ich öffnete meine Tasche und suchte nach einem Feuerzeug, doch was ich dann sah, haute mich fast um. Da lag er, mein Autoschlüssel, versteckt unter einem Taschenrechner, einem Überbleibsel aus der Zeit des Ernst alias Dieter des Lebens..... Er war also die ganze Zeit in der Tasche gewesen...
Ich hätte mir die ganze Odyssee also sparen können, aber, was noch viel schlimmer ist: Um mein armes antikes Auto zu holen, steht mir dir gleiche Spaß in entgegengesetze Richtung ja nochmal bevor...

4.8.08 02:34


Hurra!Hurra! Wenn die Überschrift auch noch zu hören wäre, würde sie noch viel blöder klingen. Hurra

Hurra, Hurra, Hurra!

Die Welt wird nun jauchzen und frohlocken, denn ich lebe noch und schreibe wieder... Hurra! Euer Leben hat endlich wieder einen Sinn!

Also was habe ich weltbewegendes gemacht in den Wochen meiner Schweigsamkeit?

Die gähnende Leere in meinem Blog und meinem Hirn nahm ihren Anfang in einer Zeit, in der mein Leben hauptsächlich aus zwei Sachen bestand: Bier und Fußball.

Während der EM war ich natürlich schwer damit beschäftigt, grölend Fähnchen zu schwingen und mir schwarze, rote und gelbe Farbe ins Gesicht oder auch als Rennstreifen auf den Arm zu schmieren (der Aerodynamik wegen). Außerdem musste ich unter der Last der vielen Fanartikel die mich schmückten, gleichzeitig trinken, singen, jublen und herrlich politisch inkorrekt über sämtliche anderen Mannschaften herziehen. Das nennt man Multitasking!
Da blieb selbstverständlich keine Zeit für myblog. Das besserte sich auch nicht, als mein finaler EM-Kater sich wieder gelegt hatte, denn ich fand ein neues Vergnügen im Internet.

Ein Vergnügen, bei dem ich mein enormes Wissen und meine legendäre Intelligenz einer noch breiteren Masse an Menschen zugänglich machen konnte oder zumindest wesentlich mehr Resonaz bekam.
Bei diesem ominösen Vergnügen handelt es sich um Yahoo Clever, eine Seite, auf der man Fragen stellen und beantworten kann.
Da gleich meine allererste Antwort als die beste ausgewählt wurde, war ich unglaublich stolz. Ja, ich gebe sogar jetzt noch damit an!
Die Frage war, warum Männer beim Fremdgehen eigentlich immer sagen: "Das ist alles ganz anders als du denkst".
Die Lösung ist ja allgemein bekannt: Mann geht nichts böses ahnend gemütlich seine Wege, hoppla, plötzlich stolpert er und fällt mit seinem Penis in eine Frau... Passiert ja jedem mal.

Es macht aber auch nicht weniger Spaß, selbst einige Fragen an die Gemeinschaft zu stellen, z.B. sehr tiefsinnige, nachdenkliche Dinge wie:
Fahren Busse nachts wirklich schneller als draußen? Ist Herzrasen grün? Wenn ja, wie oft muss er gemäht werden? Und in welches Entwicklungsland schicke ich eigentlich meine Urlaubsfotos?

Als mir irgendwann die dummen Fragen ausgingen (und das hat gedaaaauuuuert.... ), hatte ich allerdings noch immer keine Zeit, neue Literaturnobelpreis-verdächtige Texte zu verfassen...

Grund ist folgender: meine beste Freundin, die vor einiger Zeit ins Land der unbegrenzten Kängurus ausgewandert ist, war für ungefähr 3 Wochen zu Besuch in Good Old Schland.
Die ersten 1,5 Woche haben wir selbstverständlich ihre Ankunft feiern müssen und die übrigen zwei Wochen waren reserviert für das obligatorische Abschiedsbesäufnis.

Außerdem war da ja auch noch dieser lästige Ernst des Lebens. (Ich persönlich bevorzuge es ja, ihn Dieter zu nennen, das klingt netter, aber das ist eine andere Geschichte)
Besagter Ernst alias Dieter äußerte sich vor allem in Physik- und Biochemie-Klausuren und anderen Dingen, die mich dazu zwangen, mein Sozialleben zu boykottieren und stattdessen Vorlieb mit unsympathisch unbunten Büchern zu nehmen.

Jetzt haben meine Leber und mein Hirn aber endlich einmal eine wohlverdiente Pause, daher habe ich nun wieder Zeit, hochintelligente, philosophische Texte zu verfassen, damit die Welt wieder einen Grund hat, sich zu freuen. Hurra!

 Ab heute ist die lange, quälene Zeit der Blog-Abstinenz offiziell vorbei!

 Pardypardy

,
30.7.08 00:10


Heidi, Mozart und LSD

Wahrschienlich liegt es daran, dass ich schon als Kleinkind, vermulich sogar schon pränatal, jährlich mehmals auf die Wiesn geschleppt wurde (aufs "Oktoberfest" für alle aus dem außerbayerischen Ausland).
Seither liebe ich sämtliche Veranstaltungen, bei denen große Menschenmassen besoffen möglichst dämliche Lieder grölen.
Wenn ich dann auch noch mit zwei Fähnchen am Auto und einer schwarz-rot-gelben Plastikblumenkette um den Hals hupend durch die Gegend fahren kann, während das Radio herrlich blöde Fußball-Lieder trällert, zu denen ich auch noch im schlimmsten Suff einigermaßen mitgrölen kann, ist mein Glück perfekt.

Endlich EM!

Ausnahmsweise habe ich diesmal sogar die Eröffnungsfeier bestaunt, die so seltsam war, dass sie nun dringend von mir kommentiert werden muss.
 Übrigens war sie auch eine gute Gelegenheit für alle, die schon immer einmal den Satz "Was wollte uns der Künstler damit sagen?" von sich geben wollten.

Aber bevor es endlich losging, musste man erst einmal Johannes B Punkt Kerner und Anhang überstehen.
Hinter ihnen eine Leinwand mit einem riesigen orangen Auge...  "Was wollte uns der Künstler damit sagen?" Erinnert  mich an Sauron, den Fiesling aus Mordor. Möglicherweise sind die Bewohner von Mittelerde ja auch Fußballfans.

Das dramatische Geigen-Gedudel des Trailers erweckt den Eindruck, der Weiße Hai würde jeden Moment blutrünstig aus dem Wasser auftauchen und Hannes B Point und die anderen Hobbits von ihrer Seebühne in die Tiefe reißen. Soviel Action gab es leider nicht. Kein Blutbad am Bodensee.

Kommentator Bela Rethy droht: "Die Alphörner stehen schon bereit!" und dann geht es auch schon los, dieses folkloristisch-futuristische Spektakel.
Sämtliche Klischees betreten den Rasen, Schneemänner, Ski-Fahrer, Mozarts, Kühe, postmoderne Heidis auf Stelzen... aber wo ist der Alm-Öhi?
Und wurde die Veranstaltung von einem Umzugsunternehmen gesponsort? Hunderte Menschen schleppen Kisten ins Stadion, während Bela Rethy andächtig schweigt oder schläft, und bilden mit ihren Kartons Figuren, Landschaften und das EM-Logo.
Es erinnert entfernt an Tetris.
Zum Abschluss dann noch das obligatorische Luftballons und Feuerwerk in den Himmel schicken. Das wars.
Wieder einmal Zeit für ein: "Was wollte uns der Künstler damit sagen?" (In diesem Zusammenhang sollte man vielleicht erwähnen, dass die Schweizer nicht nur den Schweizer Käse sondern -nach dieser Eröffnungsfeier wenig überraschend- auch das LSD erfunden haben.)

Allles in allem irgendwie seltsam. Genug davon.

Es wurde langsam Zeit für Bier, Chips und richtigen Fußball.

10.6.08 14:37


Müll Everest

Alle, die sich schon immer die Frage gestellt haben, unter welchen Umständen ich dank meines Mitbewohners alias Wachkomapatient alias Müllmonster hausen muss, sollten die heutige Süddeutsche Zeitung betrachten. Ich dachte schon, die SZ hätte ein Foto meines Wohnzimmers auf ihrer Titelseite abgebildet. Bei genauerer Betrachtung handelte es sich allerdings um Neapels Müllproblem und nicht um das meine.

Immerhin kann ich jetzt behaupten, "meine Wohnung ist im Stil von Neapel gehalten". Das klingt wesentlich schmeichelhafter als "meine Wohnung hat den Charme einer Mülldeponie".

7.6.08 01:00


Über Leben

Nach tagelanger Blog-Abszinenz heute endlich wieder einmal ein Eintrag, der die folgenden weltbewegenden Themen behandeln wird:

1. Wieso ich bewaffnet mit Katze, meinem Mitbewohner und dessen Ex-Symbionten, einer kaputten weil ununterbrochen genutzen Couch, bei den Nachbarn klingeln musste

2. Wieso es praktischer gewesen wäre, wenn ich die Französisch-Stunden in der Schule nicht heimlich rauchend hinterm Busch verbracht hätte

3. Wie ich zu der Einsicht kam, dass ich unter Höhenangst leide

4. Warum mein Müll-Wunder alias Mitbewohner aus Dummheit, Faulheit, der sagenhaften Fähigkeit, Dreck zu produzieren und aus Angst vor meinem Vater stolze 80 Euronen zahlen musste

5. Ich glaube, ich habe einen Hund gegessen. Ach hätte ich doch in Französisch besser aufgepasst Part 2

6. Und wieso stehen eigentlich auf meiner Gewichts-Seite keinen neuen Zahlen mehr?

Und da ich gerade nichts zu tun habe, kann ich mich mal wieder voll und ganz auf meine literarischen Ergüsse konzentrieren und ordentlich in die Tasten hauen. Womit ich jetzt auch anfange. Genau jetzt. Achtuuuuung...

Los gehts! Aaaalso:

zu 1. Es war Samstag und mein Müllbewohner, ebenso unfähig aufzuräumen wie an seinen Schlüssel zu denken, klingelte mich aus meinem Schönheitsschlaf. Ziemlich morgenmuffelig öffnete ich die Tür, und langsam wie ich nunmal bin vor meiner ersten Dosis Koffein, schaffte ich es nicht, den täglichen Fluchtversuch meiner Katze noch vor der Wohnungstür zu vereiteln.
Und unfähig zu denken, wie ich nunmal ebenfalls bin vor meiner ersten Dosis Koffein, hechtete ich Stuntman-mäßig mit einem spektakulären Sprung in den Gang hinterher.
Rumms machte nicht nur ich, als ich ziemlich schmerzhaft Bekanntschaft mit dem Boden machte, rumms machte leider auch die Wohnungstür hinter mir.
Ein postitives hatte die Sache ja. Immerhin hatte ich mir noch schnell ein Tshirt angezogen bevor ich auf das nervige Klingeln reagierte. Doch in Anbetracht der Tatsachen, nämlich dass ich mit zotteligen Haaren, in Unterhose, ohne Schuhe, dafür mit einer Kazte und einem offensichtlich ziemlich verkaterten Mitbewohner mit Aldi-Tüte vor verschlossener Tür stand, musste ich feststellen, dass die negativen Aspekte wohl doch überwogen.
Leider befanden sich weder meine Zigaretten noch die Kaffeemaschine auf der gleichen Seite der Tür wie ich, was die Ausarbeitung eines genialen Masterplans zur Lösung des Problems natürlich erheblich erschwerte. Also schickte ich meinen mittlerweile hysterischen Mitbewohner erst mal zum Zigarettenautomaten. Er hatte immerhin eine Hose an.
Die ebenfalls hysterische Katze klammerte sich wahlweise an mir fest oder versuchte zu fliehen, während ich halb nackt vor der Tür saß. Beides hatte zur Folge, dass sich ihre Krallen tief in meine Haut bohrten und als mein Mitbewohner endlich mit meinem Nikotin wieder kam, sah ich aus als wäre ich durch Stacheldraht gerobbt.
Nikotin erreicht innerhalb von 7 Sekunden das Gehirn und nach schätzungsweise 8 Sekunden hatte ich einen Plan. Glücklicherweise, denn mein Mitbewohner brabbelte schon irgendwas von Bohrmaschinen und Kettensägen vor sich hin und ich sah es an seinem Blick, dass er liebend gerne Action-Held spielen wollte. Noch bevor ich meinen weniger zerstörerischen Plan erläutern konnte, warf sich Mister Aushilfs-Rambo gegen die Tür. 1:0 für die Tür. Welch Überraschung.
Da ich wusste, dass die Balkontür offen stand und ich unseren Balkon auch nicht besonders hoch in Erinnerung hatte, schlug ich vor, bei den Nachbarn unter uns zu klingeln um über ihren Garten in unsere Wohung zu klettern.
Wir hatten zwar keine Leiter, doch es stellte sich heraus, dass das alte Schlafsofa, dass sich angeblich seit Monaten auf dem Sperrmüll befand, erstaunlicherweise heimlich in unserem Keller wohnte. Und da mein Mitbewohner nicht nur den Schlüssel unseres Kellerabteils, sondern gleich das ganze Schloss verloren hatte, konnten wir wenigstens diesen Raum ohne brachiale Gewalt betreten. So hatte seine Abneigung, Müll zu beseitigen endlich einmal etwas gutes.
Also schnappte er sich das alte Sofa, besser gesagt nur sein Innenleben bestehend aus Holz und Metall, während ich noch immer die Kampfatze mit mir herumschleppte und mir angesichts der immer zahlreicheren Katzenkratzer überlegte, dass es mal wieder Zeit für eine Tetanus-Impfung war.
Und so klingelten wir dann bei den Nachbarn.

Zu 2. An ihrem Nachnamen hätte man es erahnen können, doch wir merkten erst an dem ahungslosen Gesichtsausdruck nach unserem halbstündigen Vortrag über unser Anliegen, dass die Herrschaften in der Wohung unter uns nur Französisch sprachen."Oh un chat" rief die Frau schließlich verzückt, entriss mir begeistert die Katze und befreite mich so von meinen grausamen Qualen.
Herr Franzose war wohl weniger interessiert an dem Tier, denn meine fehlende Hose faszinierte ihn wohl wesentlich mehr. Das war einer dieser berühmten Momente, in denen man einfach nur im Boden versinken möchte, doch da das leider in den wenigsten Fällen auch wirklich passiert, drehte ich mein Hinterteil aus seinem Blickfeld und wühlte ich in meinem Hirn nach einigen französischen Vokabeln um die Situation so schnell wie möglich hinter mich zu bringen.
Der Satz "Le Tür est ne pas ouvert und nous wollen in votre garden avec le old sofa and sur le balkon klettern" kombiniert mit einigen anschaulichen pantomimischen Gesten war zwar fast so peinlich wie meine fehlenden Beinkleider, erfüllte jedoch seinen Zweck. Die Tür öffnete sich und wir wurden mit amüsiertem Grinsen in den Garten begleitet.

Jetzt kommt 3., der Teil mit meiner mir bis dahin unbekannten Höhenangst. Als ich dieses nicht wirklich vertrauenserweckende weil soweiso kaputte ehemalige Couch-Gestell erklomm, war ich zunächst einmal mit der Tatsache beschäftigt, dass dass grelle Licht der Mittagssonne meinem Hintern, der First Lady unter meinen Problemzonen sicherlich nicht gerade schmeichelte und es die zahlreichen Dellen bestimmt ganz fabelhaft zur Geltung brachte. Immerhin hatte ich keinen Tanga an und glüclicherweise auch keine dieser Untehosen, die gerne Mal einen Blick auf meinen....wie nenne ich das taktvoll?... "Wirsing" freigaben. (An alle die sich jezt fragen: Hä? Wieso Wirsing? Das Bild auf Wikipedia spricht Bände

Als ich schon das Geländer greifen konnte, holte mich eine unter meinem enormen Gewicht soeben zerbrochene Latte zurück aus meinen Gedanken in die beängstigend hohe Realität. Also hing ich da, in gefühlten 380 Metern Höhe am Geländer meines Balkons. Ein stechender Schmerz ließ vermuten, dass mir die Latte kurz vor ihrem Tod einen großen Splitter als Souvenier in meinem Fuß hinterlassen hatte. Hätte ich doch wenigstens Schuhe angezogen... Wobei, ohne Hose sieht das fast noch dämlicher aus...
Meine schwitzigen Hände und das glatte Geländer waren eine schlechte Kombination. Folgende Optionen standen mir offen: 1.Ich rutsche ab und lande auf dem Rücken. Aua. 2. Ich rutsche ab und lande auf den Füßen. Der Splitter bohrt sich noch einige Zentimeter tiefer in mein Fleisch. Auch Aua.

Es war wirklich Zeit für eine Tetanus-Impfung.

Mein MItbewohner eilte mir unterwartet zur Hilfe und endlich war sein Kopf, wenn er ihn schon nicht zum denken gebraucht, zu etwas nütze. Ich stieg darauf, verletzte ihn dabei mit dem Splitter in meinem Fuß, aber schaffte es, mich am Geländer hochzuzeihen. Erleichtert ließ ich mich auf den Balkon fallen. Daher stammt die letzte Verletzung des Tages, ein tiefer Schnitt im Arm von einem zerbrochenen Aschenbecher, den ich bei meinem mehr oder weniger graziösen Plumps auf den Balkon vom Tisch gestoßen hatte.

Es war noch nie so höchste Zeit für eine Tetanus-Impfung.

Zu 4. Sonntag. Obwohl ich stark annahm, dass mein lieber Müll produzierender Mitbewohner etwas aus diesem Tag gelernt hatte, nahm ich meinen Schlüssel sicherheitshalber trotzdem mit als wir das Haus verließen und befahl ihm das gleiche zu tun.
Natürlich tat er es nicht. Er war nach eigenen Angaben zu faul, dieses Teil auch noch"mitzuschleppen".
Prinzipiell wäre das ja kein Problem gewesen, doch von allen Orten in der Wohnung, an denen man einen Schlüssel platzieren konnte, hatte er sich den ungünstigsten ausgesucht, er steckte von innen im Schloss. Folglich nutzte meiner nun auch nichts mehr, der sich weder mit Gewalt noch mit Butter ganz ins Schloss schieben ließ.
Sich an zwei aufeinanader folgenden Tagen auszusperren ist  wirklich blöd.
Amüsanterweise besitzt mein Vater soagr einen Schlüsseldienst, doch ich wusste, dass seine Ordnungsliebe wohl schlecht mit unserer Mülldeponie harmonieren würde und dass er beim Öffnen unserer Tür entweder einen Herzinfarkt erleiden oder von schätzungsweise 4000 Pfandflaschen erschlagen werden würde. Weitere Folgen wären ein Zudrehen des Geldhahns und ein halbstündiger Was-haben-wir-nur-falsch-gemacht-ich-bin-so-enttäuscht-von-dir-Vortrag.
Sicherheitshalber kündigte ich meinem Müllbewohner schon einmal an, dass ich die gesamte Schuld an diesem Schweinestall auf ihn schieben würde und dieser Hauch von Mafia, der meinen Vater zugegebenermaßen manchmal umgibt, tat sein Übriges. Mein Mitbewohner bekam offensichtlich Angst und musste für teures Geld einen anderen Schlüssldienst holen.
Endlich wurden seine Unordnung und Faulheit einmal bestraft.
Immerhin war ich aber so gütig, ihm zu verraten, dass ein Schlüsseldienst, der 49 Euro Anfahrt, 49 Sonntagszuschlag und 39 Euro pro angefangene 10 Minuten verlangt und am Telefon auch noch sagt "Uuuuh das wird teuer, da müssen wir bohren", nicht die beste Wahl sein dürfte und organisierte einen, der die Tür für 80 öffnete.

Zu 5.: Am nächten Tag sperrten wir uns ausnahmsweise nicht aus sondern waren zum Essen eingeladen. Vietnamesisch.

Habt ihr jemals eine Wanze geärgert, die dann zur Verteidigung diesen Gestank losgelassen hat? Ja? Dann habt ihr nun eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie meine Vorspeise geschmeckt hat. Aber das tut eigentlich nichts zur Sache, ich wollte es nur mal erwähnen.
Als Hauptgericht hatte ich dann etwas namens "Ca chien tom" oder so ähnlich, Fleisch und Reis. Das Wort chien kam mir bekannt vor. Vokabeln ratterten durch mein Hirn und schließlich landete es einen Treffer: Chien = Hund! Hätte mir das nicht schon vor der Bestellung auffallen können?
Nicht so schlimm, dachte ich, schließlich war es geographisch gesehen unwahrscheinlich, dass Franzosen und Vietnamesen das gleiche Wort für Hund hatten. Dachte ich. Bis mir mein Mitbewohner ein wenig Nachhilfe in Geschichte gab (worin ich übriegns noch schlechter war als in Französisch) und mir einen Vortrag über Frankreichs Kolonialherrschaft in Vietnam hielt.
Also war es vielleicht doch nicht so unwahrscheinlich, dass ich gerade einen Wuffi oder Hasso oder Bazi verspeist hatte?
Auch egal dachte ich. Es war soweiso schon zu spät. Immerhin: Hund ist leckerer als Wanze.

Zu 6. Nach den zahlreichen Fressgelagen der letzten Tage, in denen zu allem Überfluss offensichtlich auch noch meine Disziplin unbemerkt entkommen konnte, weigerte ich mich, mich auf meine Teufelswaage zu stellen.  Ich wollte der Wahrheit nicht in ihre hässliche rote Digitalanzeige blicken.
Doch sobald ich meine verlorene Disziplin wieder finde, wird meine Gewichtsliste fortgesetzt. Hoffentlich bald.

6.6.08 16:36


Fazit nach 2 Wochen Diät

Frustration macht sich breit. Und das ist scheinbar nicht das einzige, was breiter wird.
In den letzen 3 Tagen habe ich zwar nicht auf meinem Folter-Stepper gelitten, aber auch nichts gegessen. Und trotzdem habe ich kein Gramm abgenommen. Genauer gesagt behauptet meine Waage, das fiese Miststück, dass ich sogar 300g zugenommen hätte. Nach tagelanger Nulldiät!

Dafür gibt es zwei logische Erklärungen.

1. Ich vermute es ja schon lange. Die Waage führt ein mysteriöses Eigenleben und der einzige Sinn ihres Daseins besteht darin, mir den Tag, die Laune oder sonstwas zu versauen. Ein Gerät direkt aus der Hölle, was schon ihre düstere schwarze Erscheinung mit der teuflisch-roten Digitalanzeige verrät. Das hätte mir schon viel früher auffallen können.

2. Ich bin ein biologisches/medizinisches Wunder und mir ist es irgendwie gelungen, aus dem Nichts heraus Fettzellen zu produzieren, welche vermutlich gerade in diesem Moment auf dem Weg in meinen Hintern sind um diesen genauso wie meine Frustration noch zu verbreitern.
Sollte es mir allerdings tatsächlich gelungen sein, aus Sauerstoff, Licht oder mittels Gedankenkraft Fettzellen zu erschaffen, würde das meinen Frust natürlich deutlich erträglicher machen, denn dann würde ich sicherlich endlich den unermesslichen Reichtum erlangen, der mir ohnehin zustehen sollte. Und abgesehen davon macht sich so ein Nobelpreis für die Bekämpfung sämtlicher Hungersnöte der Welt sicher auch nicht schlecht im Lebenslauf.

Dank meiner einzigartigen Fähigkeit, trotz Nulldiät meine Pölsterchen zu verteidigen und sogar aus dem Nichts heraus neue zu erschaffen, habe ich trotz relativ strikter Diät in 2 Wochen also nur mickrige 4 Kilo abgenommen.

Das hat mich gestern schließlich so frustriert, dass ich etwas absolut außergewöhnliches getan habe: Ich was Joggen! ICH!!
Ich überredete meinen mit der Couch verwachsenen Mitbewohner dazu, mitzukommen und obwohl er sein symbiontisches Möbelstück zu Hause gelassen hatte, machte er vor mir schlapp, vor mir, der wohl unsportlichsten Person auf diesem Planeten.
Allerdings ist das leider kein wirklicher Grund zum Angeben, denn er wiegt auch ohne Couch etwa das Doppelte von mir und nach schätzungsweise 5 Minuten gab auch ich auf.
Grund war meine Lunge, die wohl eine außerkörperliche Erfahrung plante und begann, sich bröckchenweise zu verabschieden.
Da die Wartezeiten für Spenderorgane bekanntlich recht lang sind, beschlossen ich und meine Lunge einstimmig, nicht mehr weiter zu laufen.


Es kann nur an der Unterversorgung meines Gehirns mit Sauerstoff gelegen haben, denn das war der Moment, in dem ich mir zum ersten Mal seit Jahren ernsthaft überlegte, mit dem Rauchen aufzuhören. Und offenbar leide ich noch immer an erheblichen Mangelerscheinungen, denn der Entschluss steht mittlerweile fest, bzw, ich habe es auch schon zu vielen Leuten erzählt um mich jetz noch umzuentscheiden ohne dass es peinlich wäre.
Sobald meine Geheimwaffe im Kampf gegen das Nikotin eingetroffen ist, werde ich damit anfangen aufzuhören und hier darüber berichten. Bis dahin bleibt auch die streng GEHEIME GEHEIMwaffe GEHEIM!

4 Kilo habe ich abgenommen, und 4 will ich noch abnehmen, also Halbzeit. Da ich leider (noch) nicht das Wetter beeinflussen kann, genauso wenig wie die Jahreszeiten übrigens, muss das alles irgendwie schneller gehen.
Die Temperaturen sind ja im Gegensatz zu meiner Figur schon durchaus Bikini-tauglich, aber offensichtlich werde ich schon allein beim Gedanken an Essen fett und wenn das ganze in diesem Tempo weiter geht, dauert das noch Monate. Dann müsste ich schon auf die Südhalbkugel umziehen um im Sommer eine gute Figur zu machen. Mangels Geld, dafür aber mit umso mehr Flugangst, fallen sämtliche Auswanderungspläne aber flach.

Darum werde ich ab heute das letzte bisschen Disziplin in mir suchen, um diese Woche eine noch strengere Nulldiät durchziehen (ohne hin und wieder alles zu "probieren", was mir an Köstlichkeiten so begegnet), und vor allem viel viel mehr Sport (ich hoffe meine Lunge ist auch dabei), in der Hoffnung dass ich auf meiner Gewichtsseite bald mal wieder ein paar Erfolge vermelden kann.

Und zum Schluss gestehe ich noch dass ich heute vor lauter Frust ganz kräftig gesündigt habe, woran mich meine Teufelswaage morgen früh sicher mit Freuden nochmal erinnern wird.

31.5.08 02:36


Mensch-Couch-Hybrid am Fuße des Müll Everest

Meinen heutigen Eintrag möchte ich dazu nutzen, mich über meinen Mitbewohner zu beschweren.

Beinahe könnte man denken, er läge im Wachkoma. Ich glaube er und die Couch leben mittlerweile in einer Art Symbiose und die beiden zu trennen, würde vermutlich einen komplizierten operativen Eingriff erfordern.
Nur die leeren McDonalds Tüten und Essensreste rund um die Couch herum legen den Verdacht nahe, dass dieser symbiontische Organismus, dieser Mensch-Couch-Hybrid, überhaupt noch lebt und sich zumindest hin und wieder bewegt um Nahrung aufzunehmen.

Und da fangen die Probleme an, denn trotz seiner Unbeweglichkeit und des komatösen Zustands verfügt das Wesen über eine unglaubliche Fähigkeit, Müll zu produzieren. Niemand erwartet von einer Studenten-WG perfekte Sauberkeit, aber so langsam habe ich Angst, dass das Gesundheitsamt in Kürze wegen akuter Seuchen-Gefahr die Wohnung räumen wird.
Wie in einer überdimensionalen Petrischale züchten wir hier die unterschiedlichsten Keime, unsere Wohnung wäre ein Schlaraffenland für jeden Mikrobiologen.
Vielleicht sollte ich das ganze positiv sehen und ein paar Vertreter des internationalen Terrorismus durch meine persönliche Biowaffenfabrik führen um meine Finanzen etwas aufzubessern.
Andererseits wäre eine Wohnung, bei der ich nicht erstmal den Müll Everest besteigen müsste um in mein Zimmer zu gelangen, natürlich auch sehr nett.

Es erfordert schon stundenlange Bearbeitung mit meiner allernervigsten Stimme, um das Müllmonster dazu zu bewegen, etwas aufzuräumen. Doch wenn ich nicht permanent daneben stehe um zu sehen ob auch wirklich etwas passiert, verschmilzt es augenblicklich wieder mit der Couch zu dieser fremden Lebensform halb Mensch halb Sofa.
Es wäre vermutlich effektiver, selbst aufzuräumen, erst recht, wenn ich später den Papiermüll, den er wegbringen sollte, in der Gefriertruhe wiederfinde, oder Würstchenverpackungen in Schubladen, obwohl der Abfalleimer nur drei Meter weiter wäre, und die Wäsche tagelang in der Waschmaschine vor sich hingammelt.
Heute stand ich neben ihm in der Küche, und er sagte, er wolle nur schnell das gebrauchte Kaffeepad wegschmeißen, dass er in der Hand hielt. Als ich aber gerade wieder richtung Kühlschrank spatzierte (nicht etwa um zu essen, denn meine Diät ziehe ich immer noch eisern durch; ich wollte nur mal schauen trat ich in etwas warmes, weiches. Ich musste auf diese feuchte Weise feststellen, dass er das Pad genau an der Stelle fallen gelassen hatte, an der er vorhin stand! Direkt vorm Mülleimer! 
Das war dann auch schließlich der Auslöser für meinen heutigen Eintrag. Und ich möchte noch mal betonen, dass ich nicht übertreibe. Diese Dinge sind wirklich alle genauso passiert, in allen stinkenden, gammligen Einzelheiten.

Aus diesem Grund bin ich auch vor einigen Wochen in den Streik getreten und räume nur noch meine eigenen Sachen auf. Ich hatte ja die Hoffnung, dass die giftigen Dämpfe aus der Küche, der mittlerweile zum Leben erwachte Müll Everest und die Tatsache, dass langsam alle Orte, in die man Müll stopfen kann, voll sind, ihn zum Aufräumen bewegen würden. Fehlanzeige.
1 zu 0 für die Faulheit! 


Ich habe ja zu seiner Faulheit folgende These:
Einsteins Relativitätstheorie besagt ja unter anderem, dass jemand, der sich schneller bewegt als das Licht, in die Vergangenheit reist. Ich habe die Vermutung, mein Mitbewohner versucht gerade genau das Gegenteil, indem er sich einfach unendlich langsam bewegt.
Ich bin gespannt, ob es funktioniert.

Bis er jedoch endlich seinen Physik-Nobelpreis für Zeitreisen erhalten wird, habe ich die Wahl entweder im Müll zu leben oder meinen Streik zu beenden.
Die Option, einfach auszuziehen, besteht leider nicht, denn ich habe kein Geld und darf hier umsonst wohnen. Peinlich es zuzugeben, aber der Mensch-Couch-Hybrid ist gleichzeitig mein bester Kumpel.

Darum wird alles weiter gehen wie gehabt, ich werde den Streik beenden, aufräumen, ihn anschließend anschreien, drohen, wieder zu meinen Eltern zu ziehen und den nächsten Streik beginnen. Vermutlich weiß er das auch denn vermutlich ist es ihm tatsächlich bereits gelungen, in die Zukunt zu reisen.

27.5.08 23:45


Über-Seite. Überaus toll.

...nicht, dass ich sowas nötig hätte. Trotzdem, Zeit wirds, dass ich mir auch sowas zulege, eine überaus tolle, überraschende, übermäßig intelligente Über-Seite über mich... Überhaupt sehr lesenswert.

27.5.08 02:11


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